Wissenschaft
Virchow-Preis für Forschung zu Ebola - Verleihung im Roten Rathaus

Für ihren jahrzehntelangen Einsatz gegen Ebola und für ein besseres Verständnis von Epidemien erhalten die Wissenschaftler Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot den diesjährigen Virchow-Preis. Die Auszeichnung für globale Gesundheit ist mit 500.000 Euro dotiert und wird heute im Roten Rathaus in Berlin verliehen.

    Professor Jean-Jacques Muyembe arbeitet am 20. Mai 2026 in einem Labor des Nationalen Instituts für biomedizinische Forschung (INRB) in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo.
    Professor Jean-Jacques Muyembe bei seiner Arbeit in einem Labor des Nationalen Instituts für biomedizinische Forschung (INRB) in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo. (AFP / HARDY BOPE)
    Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) würdigte die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und das jahrzehntelange Engagement der beiden Forscher. Wirksame Pandemieprävention beginne lange vor einer Krise. "Der aktuelle Ebola-Ausbruch zeigt, wie wichtig ihre Arbeit ist - und dass kein Land globale Gesundheitsbedrohungen allein bewältigen kann. Internationale Zusammenarbeit und starke Partnerschaften sind unerlässlich", sagte die Ministerin auf Anfrage.

    Teamarbeit in der Forschung

    Der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Muyembe (84) leitete nach dem ersten identifizierten Ebola-Ausbruch im Jahr 1976 Felduntersuchungen und sammelte unter anderem Proben. Damit legte er den Grundstein für die Identifizierung des Ebola-Virus. Die Proben analysierte der Belgier Piot (77) und schaffte es mit Kollegen in Belgien, das hochansteckende und häufig tödlich verlaufende Ebola-Virus darin zu isolieren.
    "Ihre Zusammenarbeit demonstrierte die Notwendigkeit, kontextuelle, disziplinäre und geografische Grenzen zu überwinden", begründete die Virchow-Foundation die Vergabe der Auszeichnung. Die gemeinnützige Stiftung wurde 2021 gegründet und will nach eigenen Angaben einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der globalen Gesundheit leisten.
    (Mit KNA-Material)
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.