NIPT
Vorgeburtlicher Bluttests auf Behinderungen wie das Dow-Syndrom sollen überprüft werden

Vorgeburtliche Tests auf Behinderungen wie Trisomie 21 - auch Down-Syndrom genannt - sollen künftig gründlicher überwacht werden.

    Ein Arzt drückt nach der Blutentnahme einen Wattebausch auf die Armbeuge einer Schwangeren.
    Blutentnahme bei einer Schwangeren (picture alliance / BSIP / Alice S.)
    Der Bundestag stimmte gestern Abend mit großer überparteilicher Mehrheit für einen entsprechenden Antrag von 110 Abgeordneten. Die sogenannten NIP-Tests zur Feststellung genetischer Veränderungen beim ungeborenen Kind werden seit vier Jahren in Teilen auch von Krankenkassen bezahlt. Sie gelten jedoch nicht als hundertprozentig zuverlässig. Falsche Ergebnisse können zu Schwangerschaftsabbrüchen führen. Kritiker befürchten zudem, dass der Test zur Routine werden könnte, sodass sich Frauen zu der Untersuchung gedrängt fühlen und eine gesellschaftliche Selektion entsteht.
    Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Fischer sagte dem Tagesspiegel, man müsse sich einmal vorstellen, vorgeburtlich würde routinemäßig nach Hautfarbe oder Geschlecht gesucht und auf einen entsprechenden Befund folge dann häufig ein Schwangerschaftsabbruch. Da stelle sich schon die Frage, ob man das einen medizinischen Fortschritt nennen würde und warum es so schwerfalle, diese ethische Frage auch bei Behinderungen zu stellen.
    Diese Nachricht wurde am 09.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.