Nach Treffen mit Lawrow
CDU-Außenpolitiker Kiesewetter kritisiert Bundesaußenminister Wadephul - Lob von SPD und Grünen

Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter hat das Treffen von Außenminister Wadephul mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow in New York kritisiert. Kiesewetter sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", es sei der Eindruck eines deutschen Sonderwegs entstanden. Die deutsche Außenpolitik habe damit nichts erreicht außer - Zitat - "falschen Hoffnungen und Verwirrung".

    Lawrow und Wadephul verabschieden sich nach ihrem Treffen mit einem Händedruck. Sie schauen sich an.
    Zum ersten Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben sich die Außenminister von Deutschland und Russland zu Gesprächen getroffen. (Michael Kappeler / dpa)
    Wadephul selbst erklärte im ARD-Fernsehen, er habe auch wegen des Drohnen-Vorfalls am Leipziger Flughafen mit Lawrow sprechen wollen. Lob erhielt der Außenminister aus den Reihen des Koalitionspartners SPD. Unter anderem betonte der Außenpolitiker Stegner, die Diplomatie dürfe nicht allein den USA überlassen werden.
    Rückendeckung erhält Wadephul auch von Bundestagsvizepräsident Nouripour. Der Grünen-Politiker sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", das Treffen habe gezeigt, dass Russland derzeit nicht an einer konstruktiven Verständigung interessiert sei.

    Treffen am Rande der UNO-Generaldebatte

    Wadephul war am Rande der UNO-Generaldebatte in New York mit seinem russischen Kollegen Lawrow zusammengekommen. Bei dem Gespräch habe Wadephul Lawrow aufgefordert, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen, verlautete aus Kreisen der deutschen Delegation. Wadephul habe auch betont, es bestehe jederzeit die Möglichkeit zu einem konstruktiveren bilateralen Verhältnis zurückzukehren. Dies setze jedoch die Bereitschaft der russischen Führung voraus, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden. Eine solche Bereitschaft sei bislang nicht zu erkennen.
    Es war das erste deutsch-russische Treffen auf Ebene der Außenminister seit 2022. Am Abend reden sowohl Wadephul als auch Lawrow vor den Delegierten der UNO-Vollversammlung.
    Diese Nachricht wurde am 27.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.