Sachsen-Anhalt
Wahl von AfD-Landtagspräsidenten in Magdeburg löst Koalitionsdebatte aus

In Deutschland gibt es erstmals einen Parlamentspräsidenten aus den Reihen der in Teilen als rechtsextrem eingestuften AfD.

    Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Sven Schulze (r, CDU) gratuliert Tobias Rausch (AfD) zu der Wahl zum Landtagspräsidenten, während der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt.
    Der AfD-Politiker Rausch ist neuer Landtagspräsident in Magdeburg. (Jan Woitas / dpa pool / dpa)
    Der Landtag in Sachsen-Anhalt wählte den Abgeordneten Rausch zu seinem Präsidenten. Zudem wurde der AfD-Politiker Tillschneider zu ​einem der Vizepräsidenten gewählt. Er gilt als rechtsextremer Vordenker mit einer großen Nähe zu Russland.
    Beide erhielten mehr Stimmen als erwartet. So hatte beispielsweise die BSW-Fraktion angekündigt, Rausch zu wählen und ihm damit zur Mehrheit zu verhelfen - er bekam aber fünf Stimmen mehr, als AfD- und BSW-Fraktion zusammen Abgeordnete haben.
    Die SPD forderte deshalb von der CDU Aufklärung, ob von ihren Abgeordneten Stimmen für Rausch gekommen sind. Dies werde auch ⁠Thema ⁠im Koalitionsausschuss morgen in Berlin werden, kündigte Fraktionschef Miersch an. CDU/CSU-Fraktionschef Frei sagte, er sehe die Wahl mit allergrößter Besorgnis. Er wies es aber als Spekulation zurück, dass CDU-Abgeordnete der AfD geholfen haben könnten.
    Grüne und Linkspartei forderten von Bundeskanzler Merz, mit Blick auf die Ministerpräsidentenwahl im Magdeburger Landtag im Dezember Klarheit über das Abstimmungsverhalten der CDU zu schaffen.
    Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.