Wirtschaftspolitik
Was Merz und Steinmeier mit ihren Asien-Reisen bewirken wollen

Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier haben heute beide mehrtägige Reisen nach Asien begonnen. Sie sind dort aber auf getrennten Wegen unterwegs. Während Merz Singapur, Japan und Südkorea besucht, ist Steinmeier in China.

    Bundespräsident Steinmeier und der chinesische Präsident Xi Jinping stehen nebeneinander. Neben ihnen ist die chinesische Flagge zu sehen.
    Bundespräsident Steinmeier bei einem Staatsbesuch in China im Jahr 2018 neben dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)
    Deutschlandfunk-Korrespondent Frank Capellan betonte, es sei wohl kein Zufall, dass beide Reisen parallel zueinander stattfinden. Während es Merz darum gehe, wirtschaftliche Abhängigkeiten von China abzubauen, wirke Steinmeier auf mehr Verlässlichkeit in den Handelsbeziehungen zu China hin.
    Der Bundeskanzler reist mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation nach Asien. In allen drei Ländern stehen Regierungsvereinbarungen und Unternehmensabschlüsse in Aussicht. Merz will Türen für neue Geschäftsbeziehungen öffnen, nicht zuletzt, um den deutschen und europäischen Rückstand bei der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz zu verringern.

    Ausbau der Handelskontakte und Rüstungskooperationen bei Merz-Reise

    Singapur ist ein wichtiger Knotenpunkt für Deutschland in Asien. Dort sind 2.400 Unternehmen aus Deutschland ansässig. Japan ist der zweitwichtigste Handelspartner Deutschlands in Asien nach China. Regierungssprecher Mayer betonte, die Stärkung eines regelbasierten Handels sei in beiderseitigem Interesse. Zudem hat Japan seine eigene Abhängigkeit von China in Bezug auf die Seltenen Erden spürbar reduziert. Das wird in Deutschland genau beobachtet. In Südkorea wird Merz am Freitag abschließend die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft eröffnen und für den Ausbau der Handelskontakte werben. Auf allen Stationen der Reise wird es auch um Rüstungskooperationen gehen.

    Systemische Fragen im Mittelpunkt der China-Reise des Bundespräsidenten

    Steinmeier besucht mit China den mit Abstand wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands in Asien. Das von der Kommunistischen Partei autoritär geführte Land gilt aber gleichzeitig als Wettbewerber und Systemrivale. Fairness in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen wird ein zentrales Thema bei Steinmeiers Gesprächen in Peking sein, außerdem die künftige Rolle der Weltmacht China in den internationalen Beziehungen. Bei der Verleihung der Ehren-Professur an der Universität Peking am Donnerstag will er dazu eine Grundsatzrede halten, am Tag darauf will er darüber mit Chinas Präsidenten Xi Jinping reden. Im Bundespräsidialamt hieß es, man wolle sich nicht von China abkoppeln, sonden enge Beziehungen, die im Interesse beider Seiten seien. Deswegen müssten Ungleichgewichte abgebaut werden. Bei der Reise ddes Bundespräsidenten geht es um systemische Wirtschafts- und Handelsfragen, nicht um Vertragsabschlüsse für deutsche Unternehmen.
    Diese Nachricht wurde am 26.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.