
In dem Zusammenhang gibt es gegen das Sanitätsregiment 1 der Bundeswehr im sachsen-anhaltischen Weißenfels Vorwürfe des Missbrauchs von Betäubungsmitteln, Bedrohung und Unterdrückung von Beschwerden. Mindestens eines der weiblichen Opfer, das offenbar zum Sex gedrängt wurde, soll zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein. Wehrdienstleistende können mit Einverständnis ihrer Eltern schon vor dem 18. Lebensjahr in die Bundeswehr eintreten. Die Ausbildung an der Waffe wird in solchen Fällen bis zur Volljährigkeit aufgeschoben. Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen zehn Beschuldigte.
Pistorius erklärte, bislang handele es sich um Vorwürfe. Wenn diese sich bestätigten, wäre das widerwärtig, sagte der SPD-Politiker am Rande eines Besuchs auf Kreta. Man werde alles tun, um Täter dingfest zu machen und gleichzeitig Betroffene besser zu schützen.
Nanni (Grüne): Kein Täter in der Bundeswehr darf sich sicher sein
Laut den Medienberichten haben die stellvertretende Generalinspekteurin Nicole Schilling und der Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, gestern den Verteidigungsausschuss des Bundestags über die Vorwürfe informiert. Wie es heißt, zog die Bundeswehr bereits erste Konsequenzen. So soll es unter anderem für neun Bundeswehrangehörige ein Verbot geben, die Sachsen-Anhalt-Kaserne zu betreten.
Die Grünen-Verteidigungspolitikerin Nanni forderte eine unabhängige externe Meldestelle für derartige Verfehlungen. Man müsse ein Umfeld schaffen in der Bundeswehr, in dem sich Täter nicht sicher fühlten, sagte sie dem Sender RTL/ntv. Es gebe Hinweise darauf, dass Täter darauf vertraut hätten, von Vorgesetzten geschützt zu werden. "Kein Täter" dürfe sich sicher sein, dass er geschützt werde von einem Vorgesetzten, der vielleicht selbst Dreck am Stecken habe.
Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
