
Am stärksten sei der Rückgang mit durchschnittlich 85 Prozent bei Tieren in Süßwassergewässern wie Fischen, Flusspferden und Ottern. An Land seien die Populationen um 69 Prozent zurückgegangen, in den Meeren um 59 Prozent.
Zugleich betreffe der Abwärtstrend nicht alle Tierbestände. Etwa die Hälfte aller erfassten Populationen sei stabil oder wachse. Wie der WWF mitteilte, ist der Rückgang bei vielen Populationen so groß, dass der Index trotzdem stark negativ ausfällt.
Weniger Lebensräume für Wildtiere
Die Abnahme der Bestände erfolgt den Angaben zufolge vor allem in Südamerika und in der Karibik - mit einem Rückgang von 95 Prozent. In Afrika seien die Populationen um 80 Prozent geschrumpft.
Der WWF führte den Rückgang auf den Verlust von Lebensräumen zurück, die etwa für die Lebensmittelproduktion oder die Energieversorgung genutzt würden. Auch Umweltverschmutzung, invasive Arten und Krankheiten spielten eine Rolle. Kathrin Samson von WWF Deutschland sagte: "Ohne die biologische Vielfalt auf diesem Planeten fehlen Lebensmittel, Medikamente, sauberes Wasser und sichere Orte zum Leben."
WWF: Trend ist umkehrbar
Der Abwärtstrend lasse sich umkehren, erklärte der WWF. Man müsse den Schutz der Natur verbindlich in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verankern. Mit gezielten Schutzmaßnahmen sei eine Erholung der Bestände wie etwa bei den Grünen Meeresschildkröten möglich, hieß es.
Grundlage des WWF-Berichts ist der Living Planet Index der Zoologischen Gesellschaft von London. Seit 1970 werden weltweit rund 5.800 Arten von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und Amphibien erfasst. Er enthält laut WWF Daten zu 7,4 Prozent aller bekannten Wirbeltierarten.
Diese Nachricht wurde am 08.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
