Deutschland
Zehntausende demonstrieren für den Sozialstaat

Zehntausende Menschen in Deutschland sind im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags der Gewerkschaften gegen die geplanten Reformen im Sozialwesen auf die Straße gegangen.

    Eine Menschenmenge in der Innenstadt von Erfurt, viele tragen DGB-Plakate oder Signalwesten.
    Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat in 15 Städten - hier in Erfurt - gegen die von der Bundesregierung geplanten Reformen im Sozialwesen demonstriert. (IMAGO / Paul-Philipp Braun / IMAGO / Paul-Philipp Braun)
    Allein in Nürnberg waren es laut Polizei zwischen 20.000 und 25.000 Menschen. Für Essen nannte sie 12.000 Teilnehmende, für Frankfurt am Main 15.000. Rund 13.000 Menschen seien es in Hannover und 5.500 in Berlin gewesen. Die Organisatoren vom Deutschen Gewerkschaftsbund nannten teils höhere Zahlen. Auch in anderen Orten Deutschlands gab es Demonstrationen.
    Die DGB-Vorsitzende Fahimi kündigte in Essen einen weiteren Einsatz gegen Sozialabbau an. Man lasse sich nicht einfach nehmen, was in vielen Jahren an sozialen Standards aufgebaut worden sei. Erneut kritisierte Fahimi Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages. Auch die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren müsse bleiben. Verdi-Chef Werneke warf der Regierungskoalition einen Angriff auf die Rechte der abhängig Beschäftigten vor. Es müsse endlich Schluss sein mit dem - so wörtlich - "Klassenkampf von oben".
    Kritik an dem DGB-Aktionstag kam von den Arbeitgebern. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Kampeter, warf den Gewerkschaften vor, zu fast jeder Veränderung Nein zu sagen. Demografie, Fachkräftemangel und internationaler Wettbewerb ließen sich aber nicht wegdemonstrieren, so der BDA-Chef.
    Diese Nachricht wurde am 26.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.