
Dem von der Organisation "Good Law Project" initiierten Appell an den britischen Premierminister Burnham schlossen sich auch mehrere Abgeordnete an. Laut den Unterzeichnern wurde Arday zum Opfer einer rassistisch motivierten Mobbing-Kampagne in den Medien. Es könne keinen Zweifel geben, dass sein tragischer Tod das "direkte Ergebnis von Schikane durch die Presse war", heißt es auf der Webseite von "Good Law Project". Ein bedeutendes Element sei dabei "die Farbe seiner Haut gewesen". Am Abend kamen mehrere tausend Menschen zu einer Mahnwache für Arday auf dem Londoner Trafalgar Square zusammen.
Kanzler der Universität Cambridge spricht von "rassistischer Hetzjagd"
Der Kanzler der Universität Cambridge, Lord Smith of Finsbury, äußerte sich ähnlich und sprach gegenüber der BBC von einer "rassistischen Hetzjagd" gegen Arday. Zwar müssten Plagiatsvorwürfe immer gründlich untersucht werden, gleichzeitig müsse man sich jedoch weigern, sich an solchen gezielten Kampagnen gegen einen bestimmten Wissenschaftler zu beteiligen.
Arday war 2023 zum jüngsten Schwarzen Professor in der Geschichte der Elite-Universität Cambridge ernannt worden. Dies galt zunächst als progressiver Meilenstein. In den vergangenen Wochen hatten dann zahlreiche Medien über Plagiatsvorwürfe gegen den Soziologen berichtet. Außerdem wurde zunehmend an der Glaubwürdigkeit von Teilen seiner Lebensgeschichte gezweifelt.
Universität wollte Plagiatsvorwürfen nachgehen
Die Universitäts-Leitung hatte Arday zunächst verteidigt, Anfang August kündigte sie dann eine interne Untersuchung an. Kurz darauf trat Arday von seinem Posten zurück, bestritt aber gleichzeitig die Vorwürfe gegen sich. Die Polizei erklärte nach seinem Tod, es gebe keinen Grund zur Annahme, dass ein Verbrechen vorliege.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm:
Diese Nachricht wurde am 17.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
