
Der 55 Jahre alte bayerische Wirtschaftsminister von den Freien Wählern war am Mitwoch leblos in einem Berliner Hotel gefunden worden. Sein überraschender Tod löste parteiübergreifend Erschütterung aus.
Politische Erfolge und Affäre um antisemitisches Flugblatt
Aiwanger war seit 2006 Landes- und seit 2010 auch Bundesvorsitzender der Freien Wähler. 2008 feierten er und seine Partei den Einzug in den bayerischen Landtag, Aiwanger übernahm den Postens des Fraktionschefs. Zehn Jahre später, 2018, schmiedeten CSU und Freie Wähler erstmals eine Koalition, die Aiwanger auch zum stellvertretenden Ministerpräsidenten machte.
2023 war wenige Wochen vor der Landtagswahl in Bayern ein antisemitisches Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit bekannt geworden. Es wurde einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge damals in Aiwangers Schultasche gefunden. Aiwanger räumte schriftlich ein, "ein oder wenige Exemplare" des Flugblatts besessen zu haben. Er bestritt aber, das Schriftstück verfasst zu haben. Sein Bruder erklärte später, er habe den Text geschrieben. Die Affäre führte zu Rücktrittsforderungen und setzte Aiwanger kurz vor der bayerischen Landtagswahl politisch unter Druck. Ministerpräsident Söder ließ ihn jedoch im Amt als Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten.
Bei der Wahl wenige Wochen später fuhren die Freien Wähler ein Rekordergebnis von 15,8 Prozent ein. Im Gegensatz zu seinen politischen Erfolgen in Bayern blieb ein großes politisches Ziel Aiwangers aber unerreicht: der Einzug seiner Partei in den Bundestag.
Diese Nachricht wurde am 05.11.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




