Brasilien
Unterlegener Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro offenbar in die USA geflüchtet

Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Bolsonaro soll sich in die USA abgesetzt haben. Das berichten mehrere Medien. Am Montag hatte Bolsonaro erklärt, ein Richter des Obersten Gerichts habe ihm die Ausreise verboten und ihn zur Abgabe seiner Pässe aufgefordert.

    Flavio Bolsonaro sitzt in dunkelblauem Blazer, weißen Hemd und Jeans und macht mit beiden Händen das Peace-Zeichen.
    Flávio Bolsonaro hat die Stichwahl verloren - er erkannte das Ergebnis aber zunächst nicht an. (Archivbild) (IMAGO / Brazil Photo Press / Marina Uezima)
    Dieser Aufforderung kam er der Justizbehörde zufolge nicht nach. Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Flavio Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts. Ein Vertreter des US-Außenministeriums sagte unter Zusage seiner Anonymität, Bolsonaro und seiner Familie würden Visa für die Vereinigten Staaten erteilt.

    Partei räumt Niederlage ein

    Bolsonaros Partei hat die Niederlage bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Lula da Silva inzwischen anerkannt. Die rechtsgerichtete "Partido Liberal" teilte mit, man müsse allerdings von ihr vorgebrachte Bedenken juristisch klären. Fragwürdige Staatsausgaben hätten Zweifel an einem fairen Wahlprozess geschürt. Präsident Lula hatte kurz vor der Abstimmung veranlasst, die Auszahlung von Sozialleistungen vorzuziehen.

    Trump unterstützt Bolsonaros Manipulationsvorwürfe

    Flávio Bolsonaro wollte anfangs die Annullierung der gesamten Wahl erwirken. Unterstützung erhielt Bolsonaro von US-Präsident Trump. Dieser bezeichnete die Abstimmung als manipuliert, legte aber keine Belege für seine Behauptung vor.
    Diese Nachricht wurde am 27.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.