
Vor allem im ländlichen Raum müsse das Angebot weiter ausgebaut werden, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf weiter. Genannt werden unter anderem Rufbusse, On-Demand-Verkehre, Radschnellwege und dichtere Takte. Die Organisationen kritisieren zudem, dass viele Flächenländer bislang vor allem auf den Straßenbau setzten. Nach ihren Angaben zeigen Auswertungen des Bundesfinanzministeriums, dass Stadtstaaten dagegen einen größeren Teil der Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen in den öffentlichen Verkehr investieren.
Forderung nach Weiterentwicklung des Deutschlandtickets
Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa erklärte, die zusätzlichen Milliarden für Klima und Verkehr müssten dort ankommen, wo Menschen sie im Alltag benötigten. Insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen seien auf bezahlbare Mobilität angewiesen. Sie sprach sich für mehr Preisstabilität und eine Weiterentwicklung des Deutschlandtickets aus.
Die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Behle verwies zudem auf die Situation der Beschäftigten im Nahverkehr. Eine unzureichende Finanzierung führe nicht nur zu Einschränkungen für Fahrgäste, sondern belaste auch die Mitarbeiter durch lange Arbeitszeiten und ungünstige Schichtdienste.
Streit um höhere Schienenmaut
Die zweitägige Konferenz der Verkehrsminister der Länder findet seit heute im bayerischen Hohenschwangau statt. Ihr Vorsitzender, der bayerische Ressortchef Bernreiter, forderte den Bund auf, die Mehrkosten durch die ab 2027 steigende Schienenmaut zu übernehmen. Die Bundesregierung entziehe sich hier ihrer Verantwortung für einen funktionierenden Nahverkehr, sagte der CSU-Politiker im ARD-Fernsehen. Nach der Bahnreform sei im Grundgesetz festgelegt worden, dass der Bund den Ländern die notwendigen Finanzmittel für den Schienenpersonennahverkehr zur Verfügung stellen müsse. Allein für Bayern bezifferte Bernreiter die zusätzlichen Kosten auf 72 Millionen Euro im Jahr. Die Schienenmaut steigt ab 2027 deutlich, nachdem der Europäische Gerichtshof im März die bisherige "Trassenpreisbremse" für den Regionalverkehr gekippt hat.
Weitere Themen: Niedrigwasser, autonomes Fahren
Bei der Konferenz wollen die Minister auch über das Niedrigwasser in deutschen Flüssen und die Zukunft des autonomen Fahrens beraten. Berichten zufolge steht auch ein bundesweites Ticketangebot für Gelegenheitsfahrer im öffentlichen Nahverkehr zur Diskussion, das neben dem Deutschlandticket eingeführt werden soll.
Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



