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AfD-Politiker zeigt Kurt Krömer an - Beschwerden über Jan Böhmermanns Simson-Satire

Auseinandersetzungen mit den Satirikern Jan Böhmermann und Kurt Krömer haben erneut eine Debatte über etwaige Grenzen von Kritik an rechtsgerichteten Bestrebungen ausgelöst.

    Jan Böhmermann fährt in braunem Anzug mit einem blauen Simson-Moped und weißem Helm über Land.
    Ein Ausschnitt aus Jan Böhmermanns Sendung "ZDF Magazin Royal". (Screenshot / ZDF)
    Die AfD erstattete Anzeige und lancierte eine Petition gegen Alexander Bojcan, alias Kurt Krömer, der auf Instagram mit derben Worten seine Ablehnung von AfD-Wählern deutlich gemacht hatte. Mit Blick auf Böhmermann werden Proteste vorangetrieben, weil er vor gut zwei Wochen in seinem "ZDF Magazin Royal" den sachsen-anhaltischen AfD-Wahlkampf mit Simson-Mopeds karikiert hatte.
    Das ZDF verteidigte Böhmermann. Das Format setze sich satirisch mit aktuellen Themen auseinander, teilte der Sender mit. Dazu gehöre auch, ironische Mehrdeutigkeit als Stilmittel zu nutzen, um Pointen zu erzeugen. Es geht um eine Szene, in der Böhmermann mit blauem Simson-Moped und weißem Helm durch die Landschaft fährt und dann von einem Lastwagen erfasst wird. Die Szene wurde bereits vor zwei Wochen ausgestrahlt. Das ZDF verwies darauf, dass sich das Motiv der politisierten Marke Simson durch die gesamte Sendung gezogen habe.

    Siegmund wirft Böhmermann "Gewaltfantasien niederträchtigster Art" vor

    Der AfD-Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt, Siegmund, der im Wahlkampf ebenfalls mit einer blauen Simson-Schwalbe und weißem Helm unterwegs war, sprach gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung von "Gewaltfantasien niederträchtigster Art". Beim ZDF-Fernsehrat gingen den Angaben zufolge inzwischen Programmbeschwerden im unteren dreistelligen Bereich zu der Sendung ein.
    Das AfD-Bundesvorstandsmitglied, der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Hohloch, geht derweil gegen Krömer wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Beleidigung vor. Es gehe hier um eine pauschale Herabwürdigung von Menschen, erklärte er. Hohloch startete zudem eine Online-Petition mit dem Titel "AfD-Wähler als 'Schweinegesichter' - ZDF muss die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer beenden!".

    Krömer will keine AfD-Wähler bei seinen Lesungen sehen

    In einer Reaktion darauf verwies Krömer auf die rechtsextremistische Einordnung der Brandenburger AfD durch den Landesverfassungsschutz. Körmer hatte vor einer Woche auf Instagram deutlich gemacht, dass er keine Mitglieder und Wähler der AfD bei seiner Lesung im nächsten Jahr sehen will. Dabei benutzte er die Worte "geistig abgehängt", "stinkt" und "Schweinegesichter". Das ZDF erklärte, Krömers Beitrag auf seinem Instagram-Kanal sei eine Äußerung, "die in keinem Zusammenhang mit einer Produktion des ZDF steht."
    Beim ZDF ist eine neue Show mit dem Titel "Krömers letzte Stunde" geplant. Sie soll für ZDF neo und das ZDF-Streamingportal produziert werden. Bei ZDF neo soll sie wöchentlich ab 26. November 2026 um 22.15 Uhr erscheinen. Vorgesehen sind vier Folgen, in denen er je zwei Gäste bei Talk und Spielen begrüßt. Zudem plant Krömer für den Herbst nächstes Jahr Veranstaltungen.
    Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.