Publizistik
Alice Schwarzer stellt Magazin "Emma" nach 50 Jahren ein

Nach 50 Jahren wird das feministische Magazin "Emma" eingestellt. Die Herausgeberin Alice Schwarzer sagte der Deutschen Presse-Agentur in Köln, die Ausgabe vom 8. Dezember werde die letzte sein. Schwarzer hatte die Zeitschrift im Januar 1977 mit einem Kollektiv gegründet.

    Alice Schwarzer blicktin einem Fernsehstudio milde lächelns in die Kamera.
    Alice Schwarzer gibt das Ende von Emma bekannt. (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
    Die 83-Jährige erklärte, wirtschaftliche Gründe seien für die Einstellung nicht ausschlaggebend. Trotz sinkender Auflage deckten die Einnahmen weiterhin die Ausgaben. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht", sagte Schwarzer.

    Prägende Stimme des Feminismus

    "Emma" galt über Jahrzehnte als eines der einflussreichsten feministischen Magazine Deutschlands. Das Blatt griff früh Themen wie Gewalt gegen Frauen, sexuelle Selbstbestimmung und die Gleichberechtigung in Politik und Gesellschaft auf. Schwarzer hatte die Zeitschrift 1977 gegründet, weil Frauen ihrer Ansicht nach in den damaligen Medien zu wenig Gehör fanden. "Emma" sollte eine eigenständige Stimme für sie sein.
    In den vergangenen Jahren sorgte das Magazin allerdings auch für Kontroversen.
    Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hatte sich Schwarzer, teils gemeinsam mit BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht, immer wieder für schnelle Friedensverhandlungen mit Russland ausgesprochen. Kritiker werfen ihr vor, sie verliere aus dem Blick, wer in diesem Krieg der Aggressor und wer das angegriffene Land sei. Zudem wurden Schwarzers Positionen in Debatten über Transidentität kontrovers diskutiert.
    Nach Angaben des Verlags wird das Archiv der Zeitschrift in das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernommen und dort für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
    Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.