Sachsen-Anhalt
Söder fordert CDU-Abweichler zu Parteiaustritt auf

Mit Blick auf den Landtag in Sachsen-Anhalt hat CSU-Chef Söder Abweichler in den Reihen der CDU zum Austritt aufgefordert. Wer die AfD wähle, habe bei der Union keine Zukunft, sagte Söder im ARD-Fernsehen.

    Porträtaufnahme vor bläulich verschwommenen Hintergrund von Markus Söder.
    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
    Nach der Wahl des ersten Landtagspräsidenten der AfD Anfang Oktober in Magdeburg ist offen, wer den AfD-Kandidaten außer den eigenen Abgeordneten und jenen des BSW noch gewählt hat. Er hatte in geheimer Wahl vier Stimmen mehr bekommen. Söder sagte weiter, er fände es überraschend, wenn die AfD nun nicht auch die Regierung in dem Land anführen würde. Man könne nicht sagen, ob nicht auch CDU-Abgeordnete für den AfD-Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt, Siegmund, stimmen werden. Aber diejenigen, die sich überlegten, so etwas zu machen, sollten dann auch das Rückgrat haben, das öffentlich zu machen.
    Der bayerische Ministerpräsident warnte zugleich vor Instabilität im Bund, falls Bundeskanzler Merz aus den eigenen Reihen infrage gestellt werde. Jeder der zündele, müsse wissen, dass dies am Ende wahrscheinlich zu einer extremen AfD-Dominanz führen werde. Sollte nach der Ampel die zweite demokratische Regierung innerhalb weniger Jahre scheitern, wäre das ein Riesenschaden für die Demokratie.
    Söder sprach sich erneut für seine CSU-Parteikollegin ⁠Aigner als Bundespräsidentin aus. Er engagiere sich sehr dafür, sagte er. Der CSU-Vorsitzende hatte bereits im Frühjahr für Aigner als Nachfolgerin von Amtsinhaber Steinmeier geworben. Die bayerische Landtagspräsidentin hat sich selbst bisher bedeckt gehalten. Sollte Aigner gewählt werden, wäre sie das erste Staatsoberhaupt aus den Reihen der CSU und die erste Frau in diesem Amt. Ein gemeinsamer Vorschlag von Union und SPD liegt derzeit nicht vor, obwohl Bundeskanzler Merz angekündigt hatte, nach den jüngsten Landtagswahlen die Personalie zu thematisieren. Die Amtszeit Steinmeiers endet im März verfassungsgemäß.
    Diese Nachricht wurde am 12.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.