12. Oktober 2026
Blick in die Zeitungen von morgen

Das dominierende Thema in den Kommentaren ist der Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und als SPD-Vorsitzende. Das DARMSTÄDTER ECHO schreibt:

    Bas spricht im Bundestag. Sie steht am Redpult und trägt einen schwarzen Blazer.
    Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas im Bundestag (Archiv) (picture alliance / dpa / Michael Brandt)
    "Dieser Rücktritt hat eine zutiefst menschliche Seite. Bärbel Bas hat die Reißleine gezogen, weil sie sich aufgrund familiärer Herausforderungen nicht mehr in der Lage sah, ihr kräftezehrendes Regierungsamt auszufüllen. Die Entscheidung verdient Respekt."
    Das sieht auch DIE WELT so, schränkt aber ein:
    "Geschmälert wird dieser Respekt allerdings durch die überflüssigen Vorwürfe in Richtung Union, die das ohnehin belastete Verhältnis der Koalitionäre noch weiter zu zerrütten drohen. Bas ist kein Opfer der Union, und ihre Genossen sollten diesen Eindruck auch nicht beschwören."
    Das HANDELSBLATT hingegen nennt die Kritik aus Reihen der Union eine "Grenzübverschreitung":
    "Unter der Hand wusste jeder im politischen Berlin von dem Sterbefall in ihrem engsten Familienkreis. Doch statt Frau Bas die Zeit zu geben, die sie braucht, stichelten Unionspolitiker hinter den Kulissen gegen die Arbeitsministerin. Bas sei untergetaucht, man wisse nicht, was sie mache, lege jedenfalls nicht die Rentenreform vor."
    DER SPIEGEL wirft ein:
    "Die Umstände des Rücktritts werfen Fragen auf. Über die schwarz-rote Regierung und was es eigentlich über eine Koalition aussagt, wenn ihre Partner so miteinander umgehen. Vor allem aber werfen sie Fragen über den politischen Alltag auf. Über einen Apparat, der sich meist erst erinnert, dass Politiker Menschen sind, wenn sie ihn wieder verlassen. Über einen Betrieb, dessen Beteiligte jede Kante, jede zugespitzte Aussage gern gnadenlos verfolgen und sich im Nachhinein beschweren, dass Politiker heutzutage nur noch glatt geschmirgelte Stanzen von sich geben."
    In Berlin ist heute eine Klausurtagung der CDU zu Ende gegangen. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt:
    "Die CDU steckt in der wohl schwersten Krise ihrer Geschichte. Doch was der Parteichef als möglichen Weg aus dieser Krise skizziert, ist bisher alles andere als ein großer Wurf. Das CDU-Präsidium hat am Montag ein Beschlusspapier vorgelegt – mit dem Titel: 'Was jetzt passieren muss'. Darin stecken aber überwiegend längst bekannte Vorhaben. Und Anzeichen, dass diese 'jetzt' wirklich kommen, gibt es auch nicht."
    Der WIESBADENER KURIER beobachtet:
    "Angesichts krachender Wahlniederlagen zwingen die Unions-Ministerpräsidenten Bundeskanzler Friedrich Merz, das Reformtempo zu drosseln. Der straffe Reformkurs bei Rente, Pflege und Gesundheit wird offen infrage gestellt. Die Unionsführung versucht, sich Zeit zu verschaffen. Aber das wird nicht reichen. Die grundsätzliche Frage der Brandmauer wird spätestens bei den geplanten Mitgliederkonferenzen wieder auf den Tisch kommen."