
Auf Basis der Anträge von vier Kreisverbänden habe der Landesvorstand die Einberufung des außerordentlichen Parteitags beschlossen, teilte das BSW in Erfurt mit. Zudem habe man sich darauf geeinigt, dem Beschluss des Bundesvorstandes, aus der Thüringer Regierungskoalition auszusteigen und Verhandlungen für eine Expertenregierung aufzunehmen, nicht zu folgen, hieß es weiter.
Das BSW regiert in Thüringen mit CDU und SPD. Es geht um einen Richtungsstreit innerhalb der Partei zwischen Gründerin Wagenknecht und der Thüringer Landeschefin Wolf. Wagenknecht vertritt das Modell eines überparteilichen Regierungschefs, der auch unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten regieren könnte.
Wissenschaftlicher: Nicht hilfreich für Wahlkampf
Der Politikwissenschaftler von der Universität Leipzig, Robert Feustel, sieht darin kein Wahlkampfmanöver. Für die anstehenden Landtagswahlen im September seien die unterschiedlichen Kurse innerhalb der Partei nicht von Vorteil,
sagte Feustel dem Deutschlandfunk
. Die Wählerschaft sei wie die Partei selbst gespalten in einem progressiven Teil und einem Teil, der destruktiv eingestellt sei und daher auch eine rechtspopulistische Regierung in Kauf nehmen würde.
In Umfragen lag das BSW zuletzt in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jeweils knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Diese Nachricht wurde am 18.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
