Sonderparteitag in Thüringen
BSW-Richtungsstreit vor Landtagswahlen - Politikwissenschaftler: "Auch Wählerschaft ist gespalten"

Der Richtungsstreit des BSW nimmt zu. Zwei Abgeordnete in Thüringen kündigten an, die Regierung von Ministerpräsident Voigt nicht mehr zu unterstützen. Die Fraktion entschied aber für einen Verbleib in der Koalition. Der Landesvorstand kündigte einen Sonderparteitag an.

    Sahra Wagenknecht spricht an einem Rednerpult, daneben ein großer BSW-Schriftzug.
    BSW-Gründerin Wagenknecht vertritt einen anderen Kurs als die Landesspitze in Thüringen. (Archivbild) (picture alliance / dpa / Hannes P Albert)
    Auf Basis der Anträge von vier Kreisverbänden habe der Landesvorstand die Einberufung des außerordentlichen Parteitags beschlossen, teilte das BSW in Erfurt mit. Zudem habe man sich darauf geeinigt, dem Beschluss des Bundesvorstandes, aus der Thüringer Regierungskoalition auszusteigen und Verhandlungen für eine Expertenregierung aufzunehmen, nicht zu folgen, hieß es weiter.
    Das BSW regiert in Thüringen mit CDU und SPD. Es geht um einen Richtungsstreit innerhalb der Partei zwischen Gründerin Wagenknecht und der Thüringer Landeschefin Wolf. Wagenknecht vertritt das Modell eines überparteilichen Regierungschefs, der auch unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten regieren könnte.

    Wissenschaftlicher: Nicht hilfreich für Wahlkampf

    Der Politikwissenschaftler von der Universität Leipzig, Robert Feustel, sieht darin kein Wahlkampfmanöver. Für die anstehenden Landtagswahlen im September seien die unterschiedlichen Kurse innerhalb der Partei nicht von Vorteil, sagte Feustel dem Deutschlandfunk . Die Wählerschaft sei wie die Partei selbst gespalten in einem progressiven Teil und einem Teil, der destruktiv eingestellt sei und daher auch eine rechtspopulistische Regierung in Kauf nehmen würde.
    In Umfragen lag das BSW zuletzt in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern jeweils knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde.

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    Diese Nachricht wurde am 18.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.