Nach Rücktritt
Bundeskanzler Merz würdigt Bas - SPD-Spitze kritisiert Union: "Unmenschliche Attacken"

Bundeskanzler Merz hat die zurückgetretene Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende Bas gewürdigt. Ihre Entscheidung verdiene Respekt, schrieb Merz. Die SPD-Führung hingegen übt Kritik am Koalitionspartner CDU für den Umgang mit Bas während der vergangenen Wochen und Monate.

    Bundeskanzler Friedrich Merz und die ehemalige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (Archivfoto vom 3.9.2025)
    Bundeskanzler Friedrich Merz und die ehemalige Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (Archivfoto vom 3.9.2025) (imago / Christian Spicker)
    Merz schrieb auf der Plattform X, Bas und er hätten in der Bundesregierung "vertrauensvoll zusammengearbeitet". ⁠Er danke ⁠ihr für ⁠ihr Engagement. Als Vater ⁠und Großvater ‌könne er nur erahnen, wie schwer der persönliche Verlust wiege. Bas hatte ihren ​Rücktritt als Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin mit der Trauer über den Tod ihrer Stieftochter ‌begründet.
    SPD-Chef Klingbeil betonte in Berlin, er bedaure den Rückzug von Bas, könne ihn jedoch persönlich nachvollziehen. Die Angriffe gegen sie in den vergangenen Tagen ihrer Trauer seien unanständig gewesen. "Sowas gehört sich nicht", sagte der Vizekanzler in Richtung Union. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Miersch erklärte, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. Aber die Kraft sei endlich gewesen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig übte ebenfalls Kritik am Verhalten der Union. Die Attacken der CDU – trotz ihrer persönlichen schweren Situation – seien unmenschlich und rücksichtslos gewesen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stegner sagte im Deutschlandfunk, er nehme Bas' Entscheidung mit großem Respekt und Bedauern zur Kenntnis. Er nannte den Rücktritt einen schweren "Schlag in der gegenwärtigen Situation" und sprach von einer "Krisenzeit".
    Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schnieder wies die Vorwürfe aus der SPD zurück. Bas habe Vereinbarungen nicht eingehalten und Gesetzesentwürfe nicht vorgelegt, dann müsse man Kritik aushalten, sagte der CDU-Politiker dem Sender Welt TV.
    Diese Nachricht wurde am 12.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.