
Demnach sollen die drei Versorgungsbereiche - vertragsärztlicher Notdienst, Notaufnahmen der Krankenhäuser und Rettungsdienste besser aufeinander abgestimmt werden.
So soll die Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung ausgebaut werden und in ausgewählten Krankenhäusern sollen Integrierte Notfallzentren mit Öffnungszeiten rund um die Uhr entstehen. Diese Maßnahmen sollen in den nächsten fünf Jahren aus dem Sondervermögen des Bundes mit 225 Millionen Euro gefördert werden.
Linnemann warb für Reform
Gesundheitsminister Linnemann, CDU, sagte in Berlin, das Gesundheitssystem werde durch die Reform effizienter. Es sei ein wichtiger Schritt, dass Patienten in Zukunft in integrierten Notfallzentren erstversorgt und anschließend - je nach Bedarf - ins Krankenhaus oder zum Hausarzt weitergeleitet würden. So könnten sich die Rettungsdienste auf die Fälle konzentrieren, die wirklich schnelle Hilfe brauchten.
Die SPD-Abgeordnete Machalet, die auch Vorsitzende des Gesundheitsausschusses ist, betonte, es sei wichtig, dass die bereits unter dem früheren Gesundheitsminister Lauterbach initiierte Reform endlich abgeschlossen werde. Jeden Tag, an dem sie nicht gelte, seien Notaufnahmen unnötig überlastet.
Kritik der Opposition
Kritik kam von der Opposition. Die AfD-Politikerin Hess erklärte, dass das Problem lediglich von Krankenhäusern auf Hausarztpraxen übertragen werde. Dort gebe es bereits jetzt überfüllte Wartezimmer. Die Linke warnte vor einer Unterfinanzierung der Rettungsdienste und beklagte weiterhin schlechte Arbeitsbedingungen in der Branche. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass durch die Reform die Kosten jährlich um 1,2 Milliarden Euro reduziert werden.
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Busch, unterstützt die Reform
. Es sei wichtig, dass damit Klarheit über Zuständigkeiten geschaffen werde, sagte er im Deutschlandfunk. Dadurch könne der Einsatz von Ressourcen besser gesteuert werden, was am Ende auch der Patientenversorgung zugute komme.
Hintergrund der seit langem geplanten Reform sind unter anderem überlastete Notaufnahmen in Krankenhäusern, lange Wartezeiten für Patienten sowie überflüssige Fahrten und Streit über die Finanzierung von Rettungsdiensten. Mehrere Rettungsorganisationen kritisieren den Gesetzentwurf und befürchten durch die Reform eine Unterfinanzierung sowie ein fehlendes Mitspracherecht.
Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
