
Hoppermann betonte, die Klausur sei nicht die eine Wunderwaffe, sondern der Beginn eines Prozesses, den man sowohl in der Bundesregierung und der Regierungspolitik als auch in der Partei beginne. Es gehe darum, zu alter Stärke zurückzufinden und den Anspruch als Volkspartei zu untermauern.
Seehofer kritisiert Merz' Aussagen
Seehofer verurteilte insbesondere Merz' Kommunikation zur Arbeitsmoral in Deutschland. Aussagen wie, die Deutschen würden zu wenig arbeiten und zu viel krankfeiern, verletzten Menschen, sagte Seehofer der "Bild am Sonntag" und verwies auf "eine Krankenschwester, die ohnehin schon Wochenend- und Nachtschichten schiebt." Diese pauschale Sprache gehe völlig an der Realität vorbei. Bei Audi erlebe er Arbeitnehmer, die gerne mehr arbeiten würden, denen man aber stattdessen Aufhebungsverträge anbiete, so der frühere bayerische Ministerpräsident und ehemalige Bundesinnenminister Seehofer.
"Massiver Glaubwürdigkeitsverlust"
Seehofer kritisierte darüber hinaus, Merz habe durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Das Sofortprogramm von CDU und CSU habe an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle versprochen. Passiert sei aber nichts.
An der zweitägigen CDU-Klausurtagung nehmen Merz sowie das gesamte Parteipräsidium teil, das rund 25 Mitglieder hat. Der Termin war angesetzt worden, nachdem die Christdemokraten bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erstmals den Einzug in ein Landesparlament verfehlt hatten.
Diese Nachricht wurde am 11.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
