Offener Brief
CDU-Bürgermeister in Sachsen-Anhalt spendet 10.000 Euro an AfD

In Sachsen-Anhalt hat der CDU-Kommunalpolitiker Prange, der auch Ortsbürgermeister von Altmärkische Höhe ist, insgesamt 10.000 Euro an die AfD gespendet. Prange will die AfD bei der Landtagswahl am 6. September auch wählen. Ihm droht nun ein Parteiausschlussverfahren.

    Ein Wahlwerbeschild mit dem Bild von AfD-Spitzenkandidat Siegmund ist auf einer Kundgebung der AfD zu sehen.
    In Sachsen-Anhalt hat ein CDU-Bürgermeister nach eigenen Angaben 10.000 Euro an die AfD gespendet. (picture alliance / dpa / Matthias Bein)
    Über den Sachverhalt hatte zuerst die "Volksstimme" aus Magdeburg berichtet. Demnach hat Prange in einem Offenen Brief zwei Spenden von jeweils 5.000 Euro an den AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt bestätigt. Auch der Verband selbst bestätigte der Zeitung den Eingang der beiden Zahlungen.

    "Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht"

    Mehrere Medien dokumentierten Pranges Brief im Wortlaut. Der Politiker schreibt, er erlebe mit der CDU eine Partei, die sich nach links bewege, ihre Brandmauer zur AfD immer höher ziehe und zugleich eine Zusammenarbeit mit linken und linksradikalen Kräften "akzeptiert oder sogar forciert". Er wünsche sich darum, dass die AfD bei der Landtagswahl so stark werde, dass sie allein regieren könne, Zitat: "Nicht aus Trotz, sondern damit die CDU endlich aufwacht."

    "Kooperation ist gut und konstruktiv"

    Prange verweist in seinem Brief auf eigene Erfahrungen im Kreistag Stendal: "Die Kooperation mit der AfD-Fraktion ist gut und konstruktiv." Nach seiner Darstellung arbeiten im Kreistag auch andere CDU-Vertreter mit der AfD zusammen. Prange wechselt nach eigenen Angaben aber nicht zur AfD. Er sagte dem Magazin "Focus" auf die Frage, warum er die CDU nicht selbst verlasse: "Ich will, dass sie mich rausschmeißen."
    Die Bundes-AfD schrieb auf X, man bedanke sich bei Prange. Eine Geldspende mit Wahlempfehlung sage mehr über den Zustand der CDU aus, als Bundeskanzler Merz lieb sein könne.

    CDU-Landesverband droht mit Parteiausschluss

    Der CDU-Generalsekretär in Sachsen-Anhalt, Karschunke, drohte Prange bereits mit einem Parteiausschlussverfahren. Karschunke sagte dem "Focus", man nehme die Berichterstattung um eine mögliche Spende eines CDU-Mitglieds aus dem Kreisverband Stendal sehr ernst. Karschunke wörtlich: "Sollte sich der Vorgang bewahrheiten, stellt dies für uns einen sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang dar." Niemand sei gezwungen, Mitglied der CDU zu bleiben, wenn er ihre politischen Grundüberzeugungen nicht mehr teile.
    Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Radtke, sagte dem "Handelsblatt", wer als CDU-Mitglied zur Wahl der AfD aufrufe, sollte konsequenterweise aus der Partei austreten.

    Parteitagsbeschlüsse der Bundes-CDU

    Die Bundes-CDU schließt auf der Basis von Parteitagsbeschlüssen eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei aus. Mit Blick auf die AfD wird dafür - auch von anderen Parteien - der Begriff der "Brandmauer" verwendet. Auch Sachen-Anhalts Ministerpräsident Schulze hat mehrfach betont, dass er eine Kooperation ablehnt. Es gibt aber in der Union auch andere Stimmen. So hatte etwa Sachsens Regierungschef Kretschmer gesagt, wer noch über Brandmauern rede, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Damit zog er parteiinterne Kritik auf sich.
    Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.