Bekanntgabe in Straßburg
Internationaler Strafgerichtshof erhält den Sacharow-Preis des EU-Parlaments

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) erhält den diesjährigen Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Das gab die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Metsola, in Straßburg bekannt. Das Parlament würdigt damit nach eigenen Angaben die wichtige Rolle des Gerichts bei der Verteidigung des Völkerrechts, der internationalen Gerechtigkeit und der Menschenrechte.

    Außenansicht des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Davor eine blaue Flagge, die in weiß das Logo des Gerichts abbildet: eine Waage, die von einem Lorbeerkranz umgeben ist.
    Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag erhält den Sacharow-Preis. (picture alliance / ANP / Remko de Waal)
    Zu den Aufgaben des Internationalen Strafgerichtshofs im niederländischen Den Haag gehört die Verfolgung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Das Gericht besteht seit 2002 und zählt aktuell 125 Vertragsstaaten. Zu den Staaten, die den IStGH nicht anerkennen, gehören unter anderem die USA, Israel, Russland, China und die Türkei.

    USA setzen IStGH unter Druck

    Der IStGH und seine Mitarbeiter stehen derzeit verstärkt unter Druck . Die US-Regierung verhängte Sanktionen gegen das Gericht und kündigte an, es vom internationalen Finanz- und Zahlungssystem abzuschneiden. Hintergrund ist unter anderem der Haftbefehl des IStGH gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu.
    Die Präsidentin des Strafgerichtshofs, Akane, bezeichnete die Auszeichnung als wichtiges Signal der Unterstützung für die internationale Justiz und die Unabhängigkeit der Gerichte. Der Preis unterstreiche die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit und die Verpflichtung, schwerste Verbrechen nicht straflos zu lassen.

    EU-Parlament verleiht den Sacharow-Preis seit 1988

    Mit dem Sacharow-Preis zeichnet das Parlament seit 1988 Persönlichkeiten und Institutionen aus, die sich besonders für Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten, für die Achtung des Völkerrechts und für Demokratie einsetzen.
    Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 16. Dezember in Straßburg statt.
    Zu den prominentesten Preisträgern gehören der ehemalige UNO-Generalsekretär Annan, Südafrikas frühere Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Mandela sowie die Friedensnobelpreisträgerin Machado aus Venezuela.
    Diese Nachricht wurde am 22.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.