Münster
Deutschlands erste islamisch-theologische Fakultät eröffnet

In Münster ist die erste islamisch-theologische Fakultät Deutschlands eröffnet worden. Damit erhält das Fach den gleichen Status an der Hochschule wie die katholische und evangelische Religion.

    Fürstbischöfliches Schloss Münster im Stil des Barock, Residenzschloss für Münsters vorletzten Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, heute Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität
    Das ehemalige fürstbischöfliche Schloss in Münster ist Sitz der Westfälischen Wilhelms-Universität. (imago / Peter Seyfferth)
    An dem Festakt im Schloss mit gut 300 internationalen Gästen nahmen Vertreter aus Politik, Kirchen und Hochschulen teil. Gründungsdekan Mouhanad Khorchide erklärte, eine Fakultät sei keine Kanzel. Gepredigt werde in der Moschee. An der Fakultät müsse und werde Wissenschaft frei sein - "von wem auch immer".
    Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Wilmer, ergänzte, jede Theologie, ob christlich, islamisch oder jüdisch, müsse wach, leidensempfindlich und ethisch orientiert sein. Gerade in Zeiten von Polarisierung, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit habe Theologie eine besondere Verantwortung, "Schulter an Schulter" an den Herausforderungen der Gesellschaft zu arbeiten. Die Vorsitzende der Evangelischen Kirche von Westfalen, Ruck-Schröder, erinnerte an die Gründung der evangelischen Fakultät in Münster 1919. Diese sollte damals im katholischen Münster den Evangelischen eine Stimme geben. Gleiches wünsche sie nun den Muslimen und ihrer Islamischen Fakultät.

    Campus der Religionen soll entstehen

    Der Schritt zur Fakultät, der in dieser Form auch europaweit einzigartig ist, gilt als Meilenstein in der Etablierung islamischer Theologie an deutschen Universitäten. Eine Fakultät kann sich eine Studienordnung geben, Studiengänge einrichten, Prüfungen abnehmen und Promotionen und Habilitationen durchführen. An der neuen Fakultät lehren acht Professoren. Man kann dort unter anderem das Lehramt für den islamischen Religionsunterricht studieren.
    Die Bemühungen um den Aufbau einer islamischen Theologie in Deutschland begannen bereits vor Jahrzehnten. Ziel der Initiatoren war und ist es, eine in Deutschland beheimatete wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Religion zu ermöglichen. Viele verbinden damit auch den Wunsch, ausländische Einflussnahmen auf das Religionsverständnis in Deutschland zu beschränken.

    2003 wurde das Centrum für Religiöse Studien eröffnet

    Aus dem 2003 gegründeten Centrum für Religiöse Studien war 2012 das Zentrum für Islamische Theologie entstanden. Es gehört zu den sechs Standorten islamischer Theologie in Deutschland. Nach der Weiterentwicklung zur Fakultät soll nun in Münster gemeinsam mit den katholischen und evangelischen Fakultäten ein "Campus der Religionen" entstehen.

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    Aus der Sendung "Tag für Tag" - Münster feiert Deutschlands erste Islamisch-Theologische Fakultät
    Diese Nachricht wurde am 25.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.