
"Man kann sich über Donald Trump mit gutem Grund mokieren. Der Diesel-Deal mit Kremlchef Wladimir Putin hat erneut seinen Opportunismus offenbart: Als gut und richtig zählt für Trump nur, was ihm und den USA nützt. Aber Moment mal - da war doch noch was? Ach ja, auch Europa importiert noch in großen Mengen russisches Gas und Öl. Und Frankreich darf Nuklearmaterial für seine Atomkraftwerke aus Russland einführen."
Das Magazin CICERO aus Berlin argumentiert:
"Putin könnte sich freuen – wenn das Abkommen nicht auch für ihn ein großes Risiko bedeuten würde: Zum einen ist fraglich, ob die russische Erdölindustrie und die Schattenflotte überhaupt in der Lage sind, die geforderten Mengen fristgerecht zu liefern. Zum anderen würden bei den zugesagten Liefermengen für die USA Hunderttausende Tonnen Diesel für die russischen Autofahrer fehlen, die Unzufriedenheit würde also weiter zunehmen."
Es geht auch um die Lage der Autoindustrie. Das HANDELSBLATT lobt die neue KI-Strategie von BMW:
"Dank des KI-Tools will BMW die Kosten in der Lieferkette deutlich drücken. Bereits im kommenden Jahr sollen sie um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag sinken. Assistenten, die auf der firmeneigenen Datenbasis arbeiten, haben einige Unternehmen. Aber das strategische Vorgehen der Münchener sollte sich die deutsche Wirtschaft abschauen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hebt hervor, dass der Opel-Mutterkonzern Stellantis anders als andere Hersteller nicht die Vielzahl der Marken einschränkt will - im Gegenteil:
"Stellantis unternimmt einen neuen Anlauf, zumindest einen Großteil der Marken mit neuem Leben zu füllen. Die haben nicht nur alle eine große Geschichte, sondern bieten auch die Chance auf sehr unterschiedliche Interpretationen des Themas Auto. Die Frage ist andererseits, wie groß die Bereitschaft ist, ausreichend Geld nicht nur in den Neustart des Konzerns, sondern auch in den Neustart vieler Marken zu stecken. Das kann teuer werden."
Die Zeitung ND DER TAG kommentiert das Ergebnis des UNO-Armutsindex:
"Wenn nun 18,9 Prozent der Weltbevölkerung in Armut leben – die Hälfte davon Kinder –, ist das vor allem ein vernichtendes Urteil zum Stand der globalen sozialen Gerechtigkeit. Steuersysteme, Arbeitsmärkte und Care-Arbeit beeinflussen die Verhältnisse, in denen wir leben. Im Sommer stellten Ökonom*innen einen UN-Fahrplan zur Beseitigung von Armut jenseits von Wirtschaftswachstum vor. Die neuen UN-Zahlen zeigen einmal mehr: Ein Blick in diesen Plan dürfte sich lohnen."
