Vor Bundestagsabstimmung
Erhöhung der Tabaksteuer: Tabakwirtschaft warnt vor Erstarken des illegalen Marktes

Vor der Bundestagsabstimmung über eine Erhöhung der Tabaksteuer hat der Bundesverband der Tabakwirtschaft vor einer Erstarkung des illegalen Marktes gewarnt. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Mücke, sagte im Deutschlandfunk, der "Tabaksteuerschock" werde die Menschen nicht vom Rauchen abhalten.

    Eine Frau hält eine qualmende Zigarette in der Hand.
    Die Tabaksteuer in Deutschland soll deutlich steigen, wodurch sich die Preise für Zigaretten erheblich erhöhen würden. (Jens Kalaene / dpa)
    Das hätten bisherige Steuererhöhungen bereits gezeigt. Der Verband, der auch für neuartige Erzeugnisse zuständig ist, befürchte stattdessen, dass die Konsumenten in den illegalen Markt ausweichen würden. Der Bundesverband der Pneumologen hatte zuvor erklärt, die Erhöhung könne langfristig zur Krebsprävention beitragen. Mücke dagegen widersprach einem Zusammenhang zwischen Steuererhöhung, weniger Konsum und weniger Folgeerkrankungen. Zusätzlich sagte er, die vielen neuen Steuererhöhungen und die Verteuerung des Alltags seien angesichts des AfD-Wahlerfolgs "deutlich der falsche Weg".
    Die Bundesärztekammer hält höhere Tabakpreise für eine der wirksamsten Maßnahmen gegen übermäßiges Rauchen. Kammerpräsident Reinhardt sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur, eine höhere Tabaksteuer sei ein wichtiger Schritt für den Gesundheitsschutz. Rauchen bleibe eine der größten vermeidbaren Ursachen für Krankheit und vorzeitigen Tod und belaste das Gesundheitswesen Jahr für Jahr mit hohen Kosten.
    Der Bundestag will am späten Abend über die Erhöhung abstimmen. In den Jahren 2027 bis 30 werden die Steuersätze dem Vorhaben zufolge schrittweise angehoben. 2030 könnte eine Packung mit 20 Zigaretten dann etwa 12 Euro kosten - rund vier Euro mehr als heute. Ebenfalls erhöht werden soll die Tabaksteuer auf Feinschnitt - also Tabak zum Selbstdrehen - sowie auf Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten. Die Bundesregierung begründet das Vorhaben mit der notwendigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz. Im kommenden Jahr wird mit Steuermehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro gerechnet.
    Diese Nachricht wurde am 15.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.