Abgebrannte Kernbrennstoffe
Finnische Regierung erteilt als erstes Land weltweit Betriebsgenehmigung für Atommüll-Endlager

Finnland hat nach eigenen Angaben als erstes Land weltweit eine Betriebsgenehmigung für ein Endlager für abgebrannte Kernbrennstoffe erteilt. Damit darf die Betreiberfirma Posiva in dem unterirdischen Lager auf der Insel Olkiluoto hochradioaktiven Atommüll dauerhaft endlagern.

    Eine unterirdische Anlage. Sie ist hell erleuchtet. Man sieht ein eine Weggabelung. Unter der Decke sind viele Kabel.
    Das finnische Atommüll-Endlager Onkalo (Lehtikuva / dpa / Jussi Partanen)
    Die Anlage auf dem Gelände eines Kernkraftwerks besteht aus einer oberirdischen Verpackungsanlage und dem Endlager Onkalo – finnisch für Höhle – das in einer Tiefe von mehr als 400 Metern errichtet wurde. Vor der Inbetriebnahme muss die Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde nach einer Inspektion noch grünes Licht geben. Wann die Lagerung beginnen kann, ist deshalb noch unklar.
    Mit dem Bau war vor 22 Jahren begonnen worden. Das Lager wurde in festes Grundgestein gebohrt und bietet Kapazität für 6.500 Tonnen Uran. Es soll abgebrannte Brennelemente, die noch Jahrtausende lang hochradioaktiv sein werden, aus den fünf finnischen Atomkraftwerken aufnehmen. Die Brennelemente sollen in korrosionsbeständige Kupferbehälter eingekapselt und dann in Bohrlöcher im Felsgestein eingelassen werden. Anschließend werden diese mit einem stahlverstärkten Betonstopfen verschlossen.
    Auch in anderen Ländern, darunter Schweden und Frankreich, werden Endlagerstätten gebaut. Finnland wird jedoch voraussichtlich das erste Land sein, das sein unterirdisches Lager in Betrieb nimmt. Deutschland sucht noch nach einem Standort für ein sicheres Endlager für hochradioaktiven Atommüll.
    Diese Nachricht wurde am 23.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.