ARD-Interview
Friedensnobelpreisträgerin Pillay verteidigt sich gegen Kritik aus Israel

Friedensnobelpreisträgerin Navanethem Pillay hat sich gegen Kritik aus Israel an ihrer Haltung zum Vorgehen des Landes im Gazastreifen verteidigt.

    Navanethem Pillay steht gestikulierend vor dem Emblem der UNO
    Die Juristin Navanethem Pillay erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. (AFP / Fabrice Coffrini)
    Die Untersuchungskommission der UNO zu den palästinensischen Gebieten und Israel, deren Vorsitzende sie gewesen sei, habe im Grunde wie ein Gericht gearbeitet und jeden Sachverhalt verifiziert, sagte die südafrikanische Juristin im ARD-Fernsehen. Sie kenne die Vorwürfe, das Gremium sei voreingenommen gewesen. Diejenigen, die das behaupteten, sollten ihr sagen, wo. Die von Pillay geleitete Kommission hatte Israel im vergangenen Jahr Völkermord im Gazastreifen vorgeworfen.
    Israel hatte scharfe Kritik am gestern verkündeten Beschluss des Nobel-Komitees geübt, der früheren Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in diesem Jahr den Friedensnobelpreis zu verleihen. Die Entscheidung für Pillay legitimiere "anti-israelischen Hass", so das Außenministerium. Mit Blick auf den Propagandaminister der Nationalsozialisten hieß es weiter - Zitat -, Joseph Goebbels applaudiere aus der Hölle.
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.