Parteigremien
Grüne und SPD für Koalitionsverhandlungen mit Linkspartei in Berlin

Nach der SPD haben sich auch die Grünen in Berlin für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Linken ausgesprochen. Bei einem kleinen Parteitag stimmten am Abend 43 der 45 Delegierten dafür und zwei dagegen.

    Die Delegierten stimmen bei einer Sitzung des Landesausschusses von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin über einen Tagesordnungspunkt ab.
    Abstimmung bei den Grünen in Berlin (dpa / Christophe Gateau)
    Zuvor hatten bereits die Sozialdemokraten dafür gestimmt . Dort entschied der Landesvorstand auf einer digitalen Sitzung mit 26 zu drei Stimmen. Die Linke hat ihre Entscheidung für den 31. Oktober angekündigt.

    Grüne und SPD loben Sondierungspapier

    Die Basis für Koalitionsverhandlungen ist das Sondierungspapier, auf das sich die drei Parteien am Wochenende verständigt hatten. Grünen-Fraktionschef Graf sagte, man habe es hinbekommen, dort viele grüne Positionen aufzunehmen. Die SPD-Landesvorsitzenden König und Krach erklärten, man habe einen klaren Auftrag des Landesvorstands erhalten, SPD-Positionen genauso erfolgreich in die Koalitionsverhandlungen wie zuvor in die Sondierungen einzubringen.
    Einige SPD-Bundestagsabgeordnete hatten im Vorfeld vor einer Koalition mit der Berliner Linkspartei gewarnt. Es gebe Zweifel an deren politischer Verlässlichkeit. Für Diskussionen sorgen weiterhin Antisemitismus-Vorwürfe sowie die geplante Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne.

    SPD-Bundestagsabgeordneter Hakan für Koalitionsgespräche

    Der SPD-Bundestagsabgeordnete Demir verteidigte die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Linkspartei und den Grünen in Berlin. Er sagte im Deutschlandfunk , die SPD habe sich mit ihren Positionen gegen Antisemitismus und Organisierte Kriminalität durchgesetzt. Demir betonte zudem, er halte die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende Eralp für eine integre Persönlichkeit. Falls die rot-grün-roten Koalitionsverhandlungen zum Erfolg führen, soll sie Regierende Bürgermeisterin werden.

    Vonovia hält Vergesellschaftungspläne für verfassungswidrig

    Der Immobilienkonzern Vonovia geht davon aus, dass die Pläne von Linke, Grünen und SPD zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne vor Gericht nicht standhalten werden. Das Unternehmen teilte mit, man sei überzeugt, dass eine Vergesellschaftung in der vorgelegten und geplanten Art und Weise verfassungswidrig sei.
    Diese Nachricht wurde am 20.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.