Reformdebatte
Intensivpfleger Lange: "Pflege nicht als reinen Kostenfaktor betrachten"

Der in der Corona-Pandemie bekannt gewordene Intensivpfleger Ricardo Lange sieht den Berufsalltag im Gesundheitssystem stark belastet. Den Menschen könne man nicht mehr die Pflege zuteil werden lassen, die sie benötigten.

    Porträt des Intensivpflegers Ricardo Lange, 2021.
    Intensivpfleger Ricardo Lange (imago / Jens Schicke)
    Der Spardruck sei überall zu spüren, sagte Ricardo Lange im Deutschlandfunk. Er sprach in diesem Zusammenhang von einem Verrat an der Menschlichkeit. An die Politik richtete der Intensivpfleger den dringenden Appell, von Lippenbekenntnissen abzusehen und an den vom damaligen Bundesgesundheitsminister Spahn in der Coronapandemie eingeführten Personaluntergrenzen unbedingt festzuhalten. Auch müssten die damals entnommenen fünf Milliarden Euro den Pflegekassen zurückgezahlt werden. Das würde das System spürbar entlasten.
    Lange warnte zudem davor, Pflege als reinen Kostenfaktor zu betrachten. Sie sei in erster Linie dazu da, präventiv Folgeerkrankungen zu verhindern und die Gesundung des Patienten zu gewährleisten. Gute Pflege entlaste das Gesundheitssystem, erklärte Lange.
    Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.