
Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte können über die Zusammensetzung der 120 Sitze im Parlament, der Knesset, entscheiden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Ministerpräsident Netanjahu an der Macht bleibt. Sein Lager umfasst neben der Likud-Partei auch ultrareligiöse und rechtsextreme Kräfte. Als wichtigster Herausforderer gilt der frühere Generalstabschef Eisenkot, dessen Mitte-Partei Jaschar ins Rennen geht.
Größere Unregelmäßigkeiten wurden zunächst nicht gemeldet. Die Partei Jaschar reichte allerdings Beschwerde über mehrere Wahllokale ein, in denen Stimmzettel gefehlt haben oder beschädigt gewesen sein sollen. Zudem wurden im Süden des Landes drei Menschen wegen des Verdachts auf versuchten Wahlbetrug festgenommen. Nach Angaben der Behörden handelt es sich jedoch nicht um eine koordinierte Aktion.
Die Wahlkommission lehnte unterdessen eine Verlängerung der Öffnungszeiten in den Wahllokalen ab. Diese hatte die Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu beantragt. Sein Herausforderer Eisenkot von der Partei Jaschar hatte sich dagegen ausgesprochen. Die meisten Wahllokale sind bis 21 Uhr unserer Zeit geöffnet. Unmittelbar danach sollen erste Prognosen veröffentlicht werden.
Kleinere Parteien könnten ausschlaggebend sein
Es ist die erste Parlamentswahl in Israel seit dem Überfall der militant-islamistischen Hamas vom 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg. Umfragen deuten auf ein enges Rennen hin. Zwar lag Eisenkots Partei zuletzt vor dem Likud, doch entscheidend ist, welches Lager eine Mehrheit organisieren kann. Eine Pattsituation ist nicht ausgeschlossen. Auch kleinere Parteien könnten ausschlaggebend sein. Die Sperrklausel liegt bei 3,25 Prozent, für eine absolute Mehrheit sind 61 Mandate nötig. Denkbar ist auch eine Minderheitsregierung der Opposition mit Unterstützung arabischer Parteien. Insgesamt treten 37 Listen an, von denen laut Umfragen nur etwa ein Drittel ins Parlament einziehen dürfte.
Diese Nachricht wurde am 27.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
