Nahost
Palästinenser fordern Hilfe nach israelischem Armeeeinsatz

Die palästinensische Autonomiebehörde ruft die internationale Gemeinschaft auf, wegen des Vorgehens israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland einzugreifen. Der Militäreinsatz stelle eine Kollektivstrafe dar, hieß es.

    Mehrere israelische Soldaten gehen neben- und hintereinander eine Straße in Hebron entlang. Dahinter ist ein Militärfahrzeug.
    Israelische Streitkräfte bei einem Einsatz in Hebron im Westjordanland (dpa / Anadolu / Mamoun Wazwaz)
    Diese Eskalation werde niemandem Sicherheit oder Frieden bringen, sondern nur weitere Spannungen schüren. Nach palästinensischen Angaben wurden bislang rund 250 Familien vertrieben.
    Die israelische Armee hatte ihre Offensive nach dem gestrigen Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser gestartet. Es gebe zahlreiche Anti-Terror-Einsätze, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der israelischen Armee und des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet. Sicherheitskräfte gingen im Raum Hebron vor, um terroristische Infrastruktur zu lokalisieren und zu zerschlagen. Die Offensive werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. Die zwei mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet.

    Lage im Westjordanland seit Längerem angespannt

    Im Westjordanland leben etwa drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 Israelis, deren Siedlungen nach dem Völkerrecht zumeist illegal errichtet wurden. Hebron ist in einen palästinensisch verwalteten und einen von der israelischen Armee kontrollierten Teil aufgeteilt. Zuletzt verschärften Siedlerangriffe auf palästinensische Olivenbauern die Spannungen.
    Am Dienstag wird in Israel ein neues Parlament gewählt. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema.

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    Diese Nachricht wurde am 24.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.