
Zunächst müssen die Abgeordneten den Parlamentspräsidenten bestimmen. Die AfD als stärkste Fraktion hat ihren bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer Rausch vorgeschlagen. Die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestufte AfD könnte damit zum ersten Mal einen Landtagspräsidenten stellen. Dafür hat die Fraktion mit dem BSW die Absprache getroffen, dass auch sie den Kandidaten unterstützt. Damit könnte Rausch die erforderliche Mehrheit von 44 Stimmen erreichen. Die AfD verfügt über 39 Mandate, das BSW über 5. Ebenfalls im Parlament vertreten sind CDU, Linke, SPD und Grüne.
Bis zur Abstimmung über den Landtagspräsidenten wird die Sitzung von der Linken-Politikerin von Angern als dienstälteste Parlamentarierin geleitet. Sie hatte die geplante Wahl eines AfD-Politikers zum Parlamentspräsidenten von Sachsen-Anhalt zuletzt mit dem NS-Verbrecher Göring in Verbindung gebracht, der als Reichstagspräsident ab 1932 erheblich daran beteiligt war, Hitler den Weg an die Macht zu ebnen. Ähnlich äußerte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sziborra-Seidlitz.
Diese Nachricht wurde am 06.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
