
Die französische investigative Online-Plattform Mediapartwirft dem 31-jährigen Bardella vor, sich als junger Mann "obsessiv antisemitisch" geäußert zu haben. Es stützt sich dabei auf schriftliche Unterhaltungen Bardellas von 2013 bis 2015. Das Medium habe diese unabhängig authentifizieren können. Bardella soll demnach beispielsweise geschrieben haben: "Alle Banken sind im Besitz von Juden" und "Der Jude wolle die anderen Völker beherrschen.“
Bardella weist die Vorwürfe zurück. Es handele sich um Fälschungen, schrieb der 31-Jährige auf der Plattform X. Er habe seinen Anwalt beauftragt, die notwendigen Schritte gegen das Medium einzuleiten. Ziel der Veröffentlichung sei es, seine Ehre anzugreifen und ihn "politisch zu ermorden." RN-Präsidentschaftskandidatin Le Pen sprach ebenfalls von einem "Manöver" der politischen Gegner.
Auswirkungen auf Präsidentschaftswahl?
Im kommenden Frühjahr wird in Frankreich ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt. Die Rechtsnationale Marine Le Pen liegt in den Umfragen für die erste Wahlrunde derzeit deutlich vor den möglichen Kandidaten der anderen politischen Lager. Auch werden ihr in Umfragen gute Chancen zugerechnet, die Stichwahl zu gewinnen und damit tatsächlich Präsidentin zu werden.
Sollte es nach der Präsidentschaftswahl zu einer Neuwahl des Parlaments kommen, dürfte Le Pen ihren politischen Ziehsohn Bardella zum Premierminister machen. Allerdings gab es zuletzt auch Berichte über Differenzen zwischen beiden über die politische Ausrichtung der Partei.
Diese Nachricht wurde am 30.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
