
Hintergrund ist die sogenannte NVE-Szene, von der Experten sprechen. NVE steht für das englische Nihilistic Violent Extremism – auf Deutsch: nihilistischer gewaltbereiter Extremismus. Nihilisten verneinen etwa, dass menschliche Werte wie Gut und Böse oder Richtig und Falsch allgemeingültig sind. NVE-Anhänger verfolgen keine spezifischen rechtsextremistischen, linksextremistischen, islamistischen, religiösen oder vergleichbaren Ziele. Sie üben Gewalt aus – unter anderem aus Lust, seelischer Grausamkeit, Geltungsdrang, blindem Hass auf die Menschheit oder weil sie ihre Taten auf Discord, Telegram oder anderen Plattformen wie ein Computerspiel inszenieren, um damit anzugeben.
Grüne: "NVE ist kein neues Phänomen"
In Deutschland geriet die Szene vor allem durch den Fall "White Tiger" in die öffentliche Wahrnehmung. Dabei quälen meist junge Täter Kinder im Internet, treiben sie teilweise zu Selbsterniedrigungen oder sogar in den Suizid.
Die Grünen werfen der Bundesregierung angesichts der Gefahren der NVE-Szene vor, nicht schnell genug zu handeln. Schönberger betonte gegenüber dem Spiegel, mehr als 16 Monate nach der Festnahme im Fall "White Tiger" spreche die Bundesregierung immer noch von einem "neuen Phänomen". Nihilistische Gewaltnetzwerke seien jedoch nicht mehr neu.
Bundesregierung äußert erstmals ihre Einschätzungen zur NVE-Szene
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, aus der der Spiegel zitiert, wird der NVE-Szene ein gesteigertes Gefährdungspotenzial zugeschrieben. Die Akteure seien demnach zumeist jung, männlich und häufig sozial isoliert. Nach aktueller Bewertung der Bundesregierung sei die Zahl deutscher Angehöriger dieser Online-Subkultur tendenziell steigend. Laut Spiegel hat die Bundesregierung mit ihrer Antwort erstmals ihre Erkenntnisse und Einschätzungen zur NVE-Szene offenbart.
Diese Nachricht wurde am 30.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








