
Patienten, deren Erkrankung sich danach verschlechtert habe, hätten eine schlechte Prognose und nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten, heißt es in der Mitteilung weiter. Angesichts der Schwere der Erkrankung und der begrenzten Wirksamkeit und der Nachteile der Standard-Chemotherapie bestehe ein Bedarf an besseren Behandlungsmöglichkeiten. Der Hersteller Revolution Medicines vertreibt das Mittel unter dem Namen "Rasonque", in den USA ist es bereits für Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs unter bestimmten Bedingungen zugelassen.
Verlangsamung, aber keine Heilung
Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als aggressiv und schwer zu behandeln. Daraxonrasib war in einer Studie an 500 Patientinnen und Patienten im Endstadium getestet. Wer das Medikament erhielt, überlebte doppelt so lange wie Studienteilnehmende, die mit einer Chemo-Therapie behandelt wurden. Der Krebs wuchs im Schnitt mehrere Monate nicht weiter. Bei vielen Erkrankten ist ein Gen mutiert, das dafür sorgt, dass der Körper dauernd ein bestimmtes krebsförderndes Protein produziert, das neue Medikament hemmt dessen Aktivität. Dabei nimmt es gleich mehrere Mutationen ins Visier. Im New England Journal of Medicine schrieben die Forschenden damals, dass die Nebenwirkungen weniger stark waren als bei der Chemotherapie. Sie wollen jetzt für die USA eine Zulassung bei der Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Fachleute aus Deutschland, die nicht an der Studie beteiligt waren, sprachen von einem sehr wichtigen Fortschritt bei der Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eine Heilung indes ist auch mit dem neuen Medikament nicht zu erwarten.
Besonders gefährlich
In Deutschland erkranken dem Krebsinformationsdienst und dem Robert Koch-Institut zufolge jedes Jahr rund 20.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, Fachbegriff Pankreaskarzinom. Die Krebsart ist eine der tödlichsten: Dem Zentrum für Krebsregisterdaten des RKI lebt fünf Jahre nach der Diagnose nur noch rund jeder Zehnte. Oft spüren Betroffene in den frühen Stadien demnach keine oder nur unspezifische Symptome, sodass der Tumor häufig erst spät erkannt wird. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte war am EMA-Prüfungsverfahren beteiligt.
Diese Nachricht wurde am 17.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
