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Pentagon feuert Leitung der US-Militärzeitung "Stars and Stripes" - entlassener Chefredakteur pocht auf redaktionelle Unabhängigkeit

Das US-Verteidigungsministerium hat die Leitung der Militärzeitung "Stars and Stripes" entlassen. Auf der Internetseite der Zeitung heißt es, das Pentagon habe Chefredakteur Slavin, Herausgeber Lederer und die Nahost-Korrespondentin Korte gefeuert, die von Deutschland aus arbeitet.

    Das Pentagon in den USA. Das fünfeckige riesige Gebäude ist aus der Luft aufgenommen.
    Das Pentagon (hier ein Luftbild) hat die Leitung der Militärzeitung "Stars and Stripes" entlassen. (AP / Patrick Semansky)
    Ein Beamter des Ministeriums bestätigte die Personalien. Laut der Zeitung wurde Slavin Ungehorsam vorgeworfen, weil er sich in einem Interview gegen jedwede Zensur durch das Pentagon ausgesprochen hatte.

    Chefredakteur: "Stars and Stripes" muss unabhängig bleiben

    Slavin selbst betont, "Stars and Stripes" müsse redaktionell unabhängig bleiben. Herausgeber Lederer hatte bereits vor einigen Tagen sein Ausscheiden angekündigt. Er begründete seinen Schritt damit, dass sich seine Führungsphilosophie grundlegend von den Plänen unterscheide, die das Ministerium für das Blatt habe. Kürzlich hatte das Ministerium dem Herausgeber einen Offizier als Stellvertreter zur Seite gestellt.

    Zeitung wird vom Pentagon mitfinanziert

    "Stars and Stripes" berichtet über das Militär und dessen Einsätze, etwa im Irankrieg. Die Zeitung wird laut dem Sender CBS etwa zur Hälfte vom Pentagon finanziert, arbeitet redaktionell aber traditionell unabhängig. Nach dem CBS-Bericht fließen rund 15 Millionen Dollar aus Steuergeldern an die Zeitung, der Rest stammt aus Werbeeinnahmen und Abonnements. Das Gesamtbudget liegt demnach bei 29 Millionen Dollar.
    Die Zeitung erreicht nach eigenen Angaben zusammen mit ihren digitalen Ausspielwegen bis zu 1,4 Millionen Menschen. Die europäische Redaktionszentrale von "Stars and Stripes" liegt in Kaiserslautern, in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Ramstein.

    Restriktiver Umgang mit Medien

    Die US-Regierung geht seit der zweiten Amtszeit von Präsident Trump zunehmend restriktiv gegen Medien vor. So wurde der Zugang von Reportern zum Pentagon schrittweise eingeschränkt. Nach den erlassenen Regeln dürfen Journalisten keine Informationen mehr über das Ministerium veröffentlichen, ohne vorher eine Genehmigung der Regierung einzuholen. Wer den verschärften Regeln nicht zustimmte, musste seinen Hausausweis für das Pentagon abgeben. Nahezu alle großen US-Medienhäuser weigerten sich, die Regeln zu akzeptieren. Der Fall beschäftigte danach die Gerichte.
    Diese Nachricht wurde am 22.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.