Spionage-Verdacht gegen Ex-BND-Chef
PKG-Vorsitzender Henrichmann forderte konsequentes Handeln im Fall Hanning

Angesichts der Spionagevorwürfe gegen den früheren BND-Chef Hanning verlangt der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Henrichmann, Konsequenzen. Was die Kontrolle der Nachrichtendienste angehe, lägen viele Ideen auf dem Tisch.

    August Hanning, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), 2015 im Bundestag
    Ex-BND- Chef August Hanning wurde wegen Spionageverdacht festgenommen. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, es gelte, kaputtes Vertrauen wiederherzustellen. Zugleich warnte Henrichmann vor voreiligen Schlüssen. Die deutschen Nachrichtendienste hätten einen verlässlichen Ruf in der Welt. Kein Dienst sei vor solchen Geschehnissen gefeit. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, meinte Henrichmann.
    Der Grünen-Geheimdienstexperte von Notz bekräftigte seine Forderungen nach strengeren Regeln für ehemalige Funktionsträger. Lobbytätigkeiten früherer Spitzenbeamter seien offenkundig ein Einfallstor für gegnerische Geheimdienste, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung müsse diese illegitimen Praktiken unterbinden betonte von Notz. Ähnliche Forderungen kamen aus den Reihen der SPD-Fraktion. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Eichwede sagte der "Rheinischen Post", der Fall zeige deutlich, dass man die Regeln für ehemalige Führungskräfte von Nachrichtendiensten weiter verschärfen müsse. Sie sprach sich für eine lebenslange Karenzzeit aus.
    Hanning soll heute einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dieser soll entscheiden, ob er in Untersuchungshaft kommt. Dem Ex-BND-Chef wird vorgeworfen, nach seiner Amtszeit geheime Dokumente für eine private Beratertätigkeit von einem ehemaligen Mitarbeiter gegen Geld bezogen und genutzt zu haben. In einem Fall soll er nach Angaben der Bundesanwaltschaft eine Analyse für einen Mitarbeiter eines ausländischen Nachrichtendienstes erstellt haben.
    Diese Nachricht wurde am 07.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.