Lateinamerika 
Präsidentschaftswahl in Brasilien beginnt

In Brasilien wird heute ein neuer Präsident gewählt. Der linksgerichtete Amtsinhaber Lula da Silva tritt gegen den ultrarechten Kandidaten Flávio Bolsonaro an. Er ist der älteste Sohn des wegen eines Putschversuchs verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro.

    Wahlwerbung für den brasilianischen Präsidenten und Sozialisten Luiz Inacio Lula da Silva und den rechtsextremen Kandidaten Flavio Bolsonaro in Brasilia
    Wahlwerbung für den brasilianischen Präsidenten und Sozialisten Luiz Inacio Lula da Silva und den rechtsextremen Kandidaten Flavio Bolsonaro in Brasilia (Evaristo Sa / Afp)
    Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei hat im Wahlkampf den Abbau staatlicher Leistungen und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität angekündigt. Lula von der linken Arbeiterpartei will seinen Kurs mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates fortsetzen. In Umfragen liegen beide eng beieinander. Insgesamt bewerben sich 13 Kandidaten um das Präsidentenamt. Erreicht heute niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, kommt es am 25. Oktober zur Stichwahl. Wahlberechtigt sind in Brasilien rund 158 Millionen Bürger.

    Richtungsweisende Wahl für Lateinamerika

    Thema im Wahlkampf war auch das Verhältnis Brasiliens zu den USA. Präsident Trump stellte sich deutlich hinter Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Dessen Verurteilung hatte er scharf kritisiert. Lateinamerika ist in den vergangenen Jahren durch Wahlen in Argentinien, Chile, Bolivien, Kolumbien und Peru deutlich nach rechts gerückt. Ein Sieg des Linkspolitikers Lula würde Brasilien neben Mexiko als große linke Bastion in der Region erhalten, während ein Erfolg Flávio Bolsonaros den Rechtsruck auf dem Kontinent weiter vorantreiben würde.

    Zukunft des Obersten Gerichtshofs

    Neben dem Präsidenten werden auch die Abgeordneten und zwei Drittel der Senatoren neu gewählt. Der nächste brasilianische Präsident wird bis zu vier der insgesamt elf Richter des Obersten Gerichtshofs ernennen, die vom Oberhaus des Parlaments, dem Senat, bestätigt werden müssen. Im April hatte der Senat Lulas Kandidaten für das Oberste Gericht abgelehnt, was seit mehr als einem Jahrhundert nicht vorgekommen war.
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    Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.