Gewalttätige Demonstration
Schülerproteste in Frankreich laut Pariser Polizeichef "außer Kontrolle"

Die teils gewalttätigen Schülerproteste in Frankreich sind nach Einschätzung der Pariser Polizei "außer Kontrolle" geraten. Der Polizeipräfekt von Paris, Faure, sagte, die Organisatoren der Demonstrationen hätten den Überblick verloren und zudem zu Unruhen und Gebäudebesetzungen angeregt. Er rief die Demonstrierenden im ganzen Land auf, zu friedlichen Protestformen zurückzukehren.

    Frankreich, Lille: Ein Schüler hält während einer Demonstration für mehr Mittel und mehr Personal an der Schule ein Schild mit der Aufschrift "Wir wollen das BAC (Abitur), nicht die BAC (Einheiten zur Verbrechensbekämpfung)»"hoch.
    Seit Tagen protestieren Schülerinnen und Schüler an den Oberschulen. (Jean-Francois Badias / AP / dpa)
    Faure appellierte auch an die Verantwortung der Eltern. Außerdem hätten sich - so wörtlich - "professionelle Randalierer" unter die Demonstranten gemischt. Bei den Protesten waren in dieser Woche mehr als 5.000 Menschen festgenommen worden. Die Behörden berichten von rund 600 verletzten Einsatzkräften. Innenminister Nuñez sprach von einer "Welle hemmungsloser Gewalt" rund um die Schulen und machte unter anderem soziale Netzwerke sowie den Einfluss der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI) für die Mobilisierung mitverantwortlich. 
    Schülerverbände distanzierten sich bei einem Treffen mit Frankreichs Bildungsminister Geffray von der Gewalt. Zugleich warfen sie den Sicherheitskräften ein zu hartes Vorgehen vor. Schülerinnen und Schüler in Frankreich protestieren seit Tagen gegen marode Schulgebäude und Lehrermangel.
    Diese Nachricht wurde am 04.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.