Klausurtagung
CDU berät über Lage der Partei - Hoppermann: "Anspruch als Volkspartei untermauern" - Seehofer attestiert Merz massiven Glaubwürdigkeitsverlust

Die Führungsspitze der CDU berät in Berlin über die jüngsten Entwicklungen der Partei nach den Landtagswahlen. Zum Auftakt sagte Generalsekretärin Hoppermann, es gehe darum, das Vertrauen in die Partei und die Politik zurückzugewinnen. Der frühere CSU-Chef Seehofer machte Bundeskanzler Merz vor der Klausurtagung schwere Vorwürfe wegen dessen Amtsführung.

    Blick von unten auf das Konrad-Adenauer-Haus in der Abenddämmerung. In der oberen Bildhälfte im Vordergrund eine leuchtende Laterne.
    Das Konrad-Adenauer-Haus in Berlin (Michael Kappeler / dpa /)
    Hoppermann betonte, die Klausur sei nicht die eine Wunderwaffe, sondern der Beginn eines Prozesses, den man sowohl in der Bundesregierung und der Regierungspolitik als auch in der Partei beginne. Es gehe darum, zu alter Stärke zurückzufinden und den Anspruch als Volkspartei zu untermauern. 

    Seehofer kritisiert Merz' Aussagen

    Seehofer verurteilte insbesondere Merz' Kommunikation zur Arbeitsmoral in Deutschland. Aussagen wie, die Deutschen würden zu wenig arbeiten und zu viel krankfeiern, verletzten Menschen, sagte Seehofer der "Bild am Sonntag" und verwies auf "eine Krankenschwester, die ohnehin schon Wochenend- und Nachtschichten schiebt." Diese pauschale Sprache gehe völlig an der Realität vorbei. Bei Audi erlebe er Arbeitnehmer, die gerne mehr arbeiten würden, denen man aber stattdessen Aufhebungsverträge anbiete, so der frühere bayerische Ministerpräsident und ehemalige Bundesinnenminister Seehofer.

    "Massiver Glaubwürdigkeitsverlust"

    Seehofer kritisierte darüber hinaus, Merz habe durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Das Sofortprogramm von CDU und CSU habe an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle versprochen. Passiert sei aber nichts.
    An der zweitägigen CDU-Klausurtagung nehmen Merz sowie das gesamte Parteipräsidium teil, das rund 25 Mitglieder hat. Der Termin war angesetzt worden, nachdem die Christdemokraten bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erstmals den Einzug in ein Landesparlament verfehlt hatten.
    Diese Nachricht wurde am 11.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.