Ukraine
Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Aussetzung von US-Sanktionen gegen Russland kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, erklärte er.

    Die Präsidenten der Ukraine und der USA, Selenskyj und Trump, sitzen im Weißen Haus in Sesseln nebeneinander.
    Die Spannungen zwischen der Ukraine und den USA haben sich wieder verschärft. Im Bild: Der ukrainische Präsident Selenskyj trifft US-Präsident Trump. (picture alliance / Anadolu / Zelenskyy Social Media Account)
    Selenskyj warnte, Moskau versuche derzeit, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen, indem es verstärkt Energieinfrastruktur angreife. Das müsse gestoppt werden.
    US-Präsident Trump hatte ein Sanktionspaket gegen Russland kurz vor dem Inkrafttreten gestoppt. Es sah Zölle auf Waren aus Ländern vor, die weiterhin Öl und Gas aus Russland beziehen. Das Weiße Haus teilte mit, die Entscheidung sei im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten. Die USA hatten selbst vor kurzem eine Vereinbarung mit Russland über Diesellieferungen getroffen.

    "Dunkelster Moment für die Ukrainer"

    Nach dem Stopp des US-Sanktionspakets sieht der Geopolitik-Experte Klemens Fischer die Ukraine in verzweifelter Lage. Das sei der dunkelste Moment für die Ukrainer in diesem Krieg bisher , sagte der Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln im Deutschlandfunk. Trump wolle die Midterms rasch noch zu seinen Gunsten umdrehen. Dafür benötige er einen Feind, wenn die Dieselpreise und die Benzinpreise an amerikanischen Zapfsäulen stiegen.
    Diese Nachricht wurde am 17.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.