Kandidat
Staatsminister Rauhe sieht München für Olympia-Bewerbung gut aufgestellt

Nach der Entscheidung für München als deutschen Olympia-Kandidaten hat der Staatsminister für Sport und Ehrenamt, Rauhe, die Chancen der Bewerbung positiv bewertet. Der frühere Kanu-Olympiasieger sagte im Deutschlandfunk, nun beginne die entscheidende Phase auf dem Weg zu einer möglichen Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.

    Olympische Ringe über dem Olympia-Stadion in München.
    München ist deutsche Bewerber-Stadt für Olympische Spiele und Paralympics. (IMAGO / Heinz Gebhardt)
    Nach Ansicht des Staatsministers verfügt München über gute Voraussetzungen für die internationale Bewerbungsphase. Das Konzept sei bereits weit entwickelt und punkte vor allem mit seiner kompakten Struktur . Kurze Wege und eine starke Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten spielten bei Olympia-Bewerbungen eine immer wichtigere Rolle. München könne diese Anforderungen besonders gut erfüllen, betonte Rauhe.

    Strategie für die nächsten Jahre

    In den kommenden Wochen und Monaten wollen Bund, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) und die bayerische Landeshauptstadt die weitere Strategie abstimmen. Dabei soll festgelegt werden, wie die Bewerbung international präsentiert und weiterentwickelt wird. Rauhe sprach von einem Fahrplan für die nächsten Jahre. Dazu könnten auch weitere internationale Sportveranstaltungen gehören, mit denen Deutschland seine Erfahrungen als Gastgeber großer Events unterstreichen könne.

    Kosten und Infrastruktur

    Münchens Oberbürgermeister Krause geht derzeit von Gesamtkosten in Höhe von rund zehn Milliarden Euro aus. Nach Angaben des Grünen-Politikers entfallen etwa fünf Milliarden Euro auf die Organisation der Spiele und weitere fünf Milliarden Euro auf Infrastrukturmaßnahmen. Rauhe sagte dazu, ein Großteil des Budgets für die eigentliche Durchführung der Spiele werde üblicherweise durch Einnahmen etwa aus Ticketverkäufen, Vermarktungsrechten und Sponsoring gedeckt. Investitionen seien vor allem dort nötig, wo die Sportinfrastruktur weiterentwickelt werden müsse. Diese Ausgaben sollten nach seinen Worten aber langfristig genutzt werden und über die Spiele hinaus einen Nutzen haben.
    Zugleich verwies Rauhe auf die vorhandene Infrastruktur in München. Viele Sportstätten aus den Olympischen Spielen von 1972 würden bis heute genutzt. Das zeige, dass olympische Investitionen langfristig wirken könnten. Zwar seien punktuelle Ergänzungen erforderlich, im Mittelpunkt stehe aber die Nutzung bestehender Anlagen. Nachhaltigkeit spiele bei modernen Olympia-Bewerbungen eine wichtige Rolle. Ziel sei es, Strukturen zu schaffen und weiterzuentwickeln, die auch lange nach möglichen Spielen einen Nutzen für den Sport und die Bevölkerung hätten.

    Internationale Konkurrenz

    Der DOSB hatte München bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden als deutschen Kandidaten ausgewählt. Auch Hamburg, Berlin und Köln-Rhein-Ruhr hatten Konzepte vorgelegt. Berlin zog seine Bewerbung kurz vor der Entscheidung zurück. In Hamburg gab es in einem Bürgerschaftsreferendum keine Mehrheit für eine Olympiabewerbung. Im internationalen Auswahlverfahren könnten unter anderem Budapest, Istanbul, Madrid sowie Bewerberstädte aus Indien und Katar zu den Konkurrenten Münchens zählen.
    Diese Nachricht wurde am 28.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.