
Lügen und Manipulationen im Internet sowie das Verhöhnen anderer Menschen bedrohten die Freiheit und Einheit.
Steinmeier sagte beim zentralen Festakt in Bremen, extremistische Kräfte lebten mit einer unerträglichen politischen Demagogie ihre Lust an der Zerstörung aus. Von Rechtsextremisten, Linksautoritären und auch Trollen des Kreml würden bewusst Zerrbilder der Verhältnisse in Deutschland fabriziert. Steinmeier kritisierte in seiner Rede auch die Wähler extremer Parteien. Sie würden laut auf die eigenen Rechte pochen, während sie bereit seien, die Rechte anderer zur Disposition zu stellen.
Steinmeier: Errungenschaften der Einheit wertschätzen
Der Bundespräsident ermunterte zugleich die Bürgerinnen und Bürger die Errungenschaften der deutschen Einheit wertzuschätzen. Er erinnerte an die gelöste Stimmung und die politische Zuversicht des Neuanfangs nach dem Fall der Mauer. Die Sehnsucht nach Einheit sei damals in Erfüllung gegangen. Dieses Erlebnis zu vergessen, wäre Verrat, betonte Steinmeier und fügte hinzu. "Wir haben auf vielen Feldern tatsächlich doch unendlich viel erreicht."
Kirchen mahnen klare Haltung gegen Spaltung
Der zentrale Festakt hatte mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen. Der evangelische Bremer Kirchenpräsident Kuschnerus und der katholische Osnabrücker Bischof Meier warnten in ihren Predigten davor, Schwächere auszugrenzen und gesellschaftliche Gegensätze zu verschärfen. Kuschnerus betonte, in anstrengenden Zeiten dürfe man sich nicht die Zuversicht nehmen lassen. Meier erklärte, Einheit trage nur dort, wo Menschen mit Haltung sich gegen Spaltung und Polarisierung stellten.
Der Gottesdienst stand unter dem Leitmotiv "Viele Gaben - ein Geist". In den Fürbitten wurde unter anderem für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschen in Armut oder Einsamkeit gebetet.
Das Bürgerfest zum 36. Jahrestag der Deutschen Einheit war bereits gestern eröffnet worden und dauert bis morgen. Es gibt mehr als 550 Veranstaltungen in der Innenstadt und entlang der Weser. Bremen richtet das Fest in diesem Jahr aus, weil es die Bundesratspräsidentschaft innehat.
Diese Nachricht wurde am 03.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




