
Frei sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", die Berliner Linkspartei pflege einen verstörend engen Kontakt zu Judenhassern und Menschen aus dem Dunstkreis der organisierten Kriminalität. Berlin als Hauptstadt und Schaufenster Deutschlands in aller Welt dürfe nicht in die Hände der Linkspartei fallen, die eine eklatante Gefahr für die Sicherheit darstelle, fügte der CDU-Politiker hinzu.
Eralp will Antisemitismus bekämpfen - Vorwürfe seien "nicht differenziert"
Die Delegierten des Landesparteitags der Linken hatten am Abend mit breiter Mehrheit für eine Einladung an Grüne und SPD zu Sondierungen gestimmt. Die Linken-Spitzenkandidatin und Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Eralp, hatte zuvor kritisiert, die Antisemistismus-Vorwürfe seien "nicht differenziert" und hätten inzwischen eine zerstörende Dimension erreicht. Eralp betonte, sie werde das vielfältige jüdische Leben stärken und Antisemitismus bekämpfen. Jüdische Menschen müssten sich in Berlin sicher fühlen.
Eralp bekräftigte zudem, dass man im Falle einer Regierung unter Führung der Linken die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen umsetzen werde.
Der Berliner
SPD-Bundestagsabgeordnete Demir sagte im Deutschlandfunk
, er habe den Eindruck, dass die Vorwürfe des Antisemitismus nicht von allen in der Linkspartei ernst genommen würden. Demut täte der Partei gut und es müsse Konsequenzen geben. Denkbar wären Ausschlussverfahren gegen einzelne Politiker. Aber das sei Sache der Linkspartei. Er nehme Eralp ab, dass sie gegen Antisemitismus vorgehen wolle. Sie habe ihre Partei im Griff.
Berliner Jüdinnen und Juden werben für Rot-Rot-Grün
150 Berliner Jüdinnen und Juden hatten diese Woche in einem offenen Brief der Behaupting widesrsprochen, die Linke sei gefährlich für Juden. Stattdessen werben sie für eine rot-rot-grüne Koalition in Berlin: "Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird". Dagegen würde eine Fortsetzung des Status quo oder ein Rechtsruck die gesellschaftlichen Spannungen nur verschärfen.
Die Linke hatte die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am vergangenen Sonntag gewonnen. Auf einer Wahlparty der Partei erschien am selben Abend ein Mitglied des berüchtigten Remmo-Clans. Außerdem wurde bekannt, dass der Neuköllner Bundestagsabgeordnete der Linken, Koçak, Chatkontakt zu einem Angehörigen des Remmo-Clans hatte. Dem Clan werden zahlreiche Straftaten zur Last gelegt.
Landesvorsitzende Wolter spricht von Fehlern einzelner Parteimitglieder
Die Linken-Landesvorsitzende Wolter räumte im Deutschlandfunk Fehler einzelner Parteimitglieder ein
, wies den Antisemitismus-Vorwurf gegen den gesamten Landesverband aber zurück.
Der frühere Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Bartsch, mahnte seine Partei, die Vorwürfe ernst zu nehmen. Viele Jüdinnen und Juden in Berlin machten sich Sorgen. Gleichzeitig warnte er davor, Antisemitismus für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Eine Regierungsverantwortung der Linken in Berlin sei keine Drohung, sagte er im ARD-Fernsehen.
Grüne und SPD verlangen von der Linken ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus. Rechnerisch möglich wäre in Berlin auch ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD.
Diese Nachricht wurde am 26.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.









