Russlands Krieg gegen die Ukraine
US-Gesandter Witkoff trifft Putin in St. Petersburg

Der US-Gesandte Witkoff ist nach seinen Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj ins russische Sankt Petersburg gereist. Bei seinem Treffen mit Russlands Präsident Putin will Witkoff neue Vorschläge aus Kiew für eine mögliche Friedenslösung vorstellen. Das berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf ein Mitglied der US-Delegation.

    Steve Witkoff und Vladimir Putin geben sich die Hand. Dahinter eine weitere Person und eine rote Wand mit Verzierungen.
    Steve Witkoff und Vladimir Putin bei einem Treffen Anfang September (Archivbild) (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Russian President official apa)
    Den Angaben zufolge umfassen die Vorschläge unter anderem Sicherheitsgarantien, einen Wirtschaftsplan für die Zeit nach dem russischen Angriffskrieg und eine europäische Sicherheitsarchitektur. Ein US-Regierungsvertreter sprach nach dem gestrigen Treffen Witkoffs mit Selenskyj in der norwegischen Hauptstadt Oslo von "sehr produktiven und konstruktiven" Beratungen. Die Ukraine habe dabei neue Ideen eingebracht, die nun in die Gespräche mit Putin einfließen sollen.

    Selenskyj fordert erneut Beteiligung an Friedensverhandlungen

    Selenskyj hatte in Oslo erneut gefordert, dass die Ukraine an allen Verhandlungen über ihre Zukunft beteiligt werden müsse. Mit Blick auf ein mögliches Gipfeltreffen der USA, Russlands und Chinas sagte er, Gespräche seien nur akzeptabel, wenn sein Land mit am Verhandlungstisch sitze.
    US-Präsident Trump drängte Selenskyj erneut zu einerEinigung mit Russland. Die Ukraine müsse die Bereitschaft zeigen, den Krieg zu beenden, sagte Trump in Washington. Andernfalls werde es "sehr schlimm ausgehen". Die USA hätten die Ukraine umfassend unterstützt, bislang jedoch nichts dafür erhalten.
    Die Beziehungen zwischen Kiew und Washington hatten sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Immerhin erklärte Selenskyj, die ukrainische Armee erhalte inzwischen wieder Aufklärungsdaten von den Vereinigten Staaten. Die Unterstützung durch das Satelllitensystem Starlink war kürzlich nach ukrainischen Angaben gedrosselt worden.

    Strack-Zimmermann: Trump erreicht moralischen Tiefpunkt

    Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Strack-Zimmermann, sagte im Deutschlandfunk , der US-Präsident habe mit seinem jüngsten Verhalten einen moralischen Tiefpunkt erreicht. Man könne momentan beobachten, wie Trump verzweifelt versuche, die Zeit bis zu den wichtigen Zwischenwahlen in den USA zu überbrücken. Die FDP-Politikerin warnte zudem vor möglichen Friedensgesprächen Russlands mit den USA und China ohne die Beteiligung der Ukraine und europäischer Vertreter. Den drei Großmächten gehe es darum, die Welt in Einflusssphären aufzuteilen und Europa zu zerpflücken.

    Weitere Informationen:

    Ukraine-Gespräche in Oslo – Witkoff reist weiter nach Russland
    Diese Nachricht wurde am 21.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.