Befragung
Viele Fußballerinnen erwägen vorzeitiges Karriereende

Trotz der aktuellen Entwicklung im internationalen Fußball der Frauen erwägen viele Spielerinnen aus finanziellen und mentalen Gründen ein vorzeitiges Karriereende. Das geht aus einer Umfrage der Spielergewerkschaft FIFPRO hervor.

    Australien, Brisbane: Fußball, Frauen: WM, Australien - Nigeria: Nigerias Torhüterin Chiamaka Nnadozie (l) wehrt einen Ball mit der Faust ab.
    Viele Fußballerinnen erwägen ein vorzeitiges Karriereende (Symbolbild). (Tertius Pickard / AP / Tertius Pickard)
    Demnach gaben 49 Prozent der 791 Teilnehmerinnen an, einen frühzeitigen Rücktritt aus dem Sport in Betracht zu ziehen. Als Gründe nannten die Spielerinnen dabei am häufigsten finanzielle Gründe (59 Prozent) und psychologischen Stress (46 Prozent).
    Laut Bericht der FIFPRO hat sich das inflationsbereinigte durchschnittliche Monatsgehalt bei den Vereinen wegen des Umsatzwachstums in Ligen wie der National Women's Soccer League in den USA im Vergleich zu 2017 auf 2.601 US-Dollar verdreifacht. Der Median des Einkommens liegt jedoch mit 1.669 US-Dollar deutlich darunter.
    Einen Fortschritt verzeichnet die Befragung unter anderem im Bereich Mutterschutz. Die von der FIFPRO ausgearbeiteten und ausgehandelten Regeln wurden 2021 von der FIFA eingeführt. Seit der letzten großen Umfrage 2017 sei der Anteil der Spielerinnen, die erwägen, den Sport aufzugeben, um eine Familie zu gründen, von 47 Prozent auf 19 Prozent gesunken. 
    Diese Nachricht wurde am 12.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.