Nach 60 Tagen
Was vom abgelaufenen Rahmenabkommen der USA und des Irans bleibt

Das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA ist 60 Tage nach der Unterzeichnung ausgelaufen. Es sah etwa eine Waffenruhe, die Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe und Friedensverhandlungen vor. Nach Ablauf der Frist bleibt von dem Abkommen nicht viel übrig. Eine Übersicht.

    Das Foto zeigt, wie US-Präsident Trump im Schloss von Versailles das Rahmenabkommen mit dem Iran unterzeichnet.
    Trump unterzeichnet Rahmenvereinbarung mit dem Iran (Archiv) (IMAGO / ZUMA Press / Daniel Torok / White House)
    Es war nicht weniger als das geschichtsträchtige Schloss von Versailles, in dem Donald Trump Mitte Juni das Rahmenabkommen mit dem Iran unterzeichnete. Frankreichs Staatspräsident Macron lobte den US-Präsidenten für die "tolle Arbeit". Der iranische Präsident Peseschkian bezeichnete den Vertrag als "historisch". Nun endete das Rahmenabkommen - entweder bereits am Wochenende oder am Montagmorgen. Die genaue Frist wurde nicht bekannt.

    Sofortige Waffenruhe

    Die Vereinbarung sah eine sofortige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie ihren jeweiligen Verbündeten vor. Das galt auch für die Kämpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon.
    Zwar gingen die Attacken zwischen den USA und dem Iran zunächst etwas zurück, doch das hielt nicht lange. Das US-Militär rechtfertigte den eigenen Beschuss durch iranische Attacken auf Handelsschiffe. Im Juli flogen die USA rund zwei Wochen lang jede Nacht massive Angriffe. Trump erklärte, die Waffenruhe sei "vorbei". Später drohte er mit noch heftigeren Angriffswellen, die jedoch mit Verweis auf angebliche diplomatische Fortschritte ausblieben. Zuletzt wurden keine amerikanischen Attacken mehr gemeldet. Jedoch gab es mutmaßlich iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus.
    Auch im Libanon schwiegen die Waffen nicht. Die israelische Armee griff immer wieder Ziele der Hisbollah-Miliz an. Zuletzt attackierte auch die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz Ziele in Saudi-Arabien. Es droht eine regionale Ausbreitung des Kriegs.

    Öffnung der Straße von Hormus

    Das Abkommen verpflichtete den Iran, Handelsschiffen eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Für 60 Tage sollte diese gebührenfrei sein.
    Zunächst fuhren wieder mehr Frachter durch die Meerenge als zuvor, wobei nicht annähernd das Vorkriegsniveau erreicht wurde. Nach neuen iranischen Angriffen kam der Verkehr fast vollständig zum Erliegen. Dem Analyseunternehmen ​Kpler zufolge passierten am vergangenen Wochenende nur ‌fünf Handelsschiffe die Meerenge.
    Der Iran will die Passage künftig kontrollieren und eine Gebühr für Durchfahrten erheben. Die USA lehnen das ab. Eine sichere Öffnung der Straße von Hormus ist nicht absehbar.

    Friedensverhandlungen

    Die Absichtserklärung regelte einen weiteren Verhandlungsprozess, um zu einem längerfristigen Frieden zu kommen. Dabei sollten etwa strittige Themen wie der Umgang mit Irans Atomprogramm geklärt werden. Dafür waren 60 Tage vorgesehen - oder mehr, falls sich beide Seiten darauf einigen.
    Wenige Tage nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens gab es einen offiziellen Verhandlungsauftakt. Dafür reisten etwa US-Vizepräsident Vance und der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf in ein Schweizer Luxusresort. Die direkten Gespräche gingen ohne Ergebnis zu Ende. Man wolle auf Arbeitsebene weiter verhandeln, hieß es. Seitdem wurden keine Fortschritte bekannt.

    Keine Verlängerung des Abkommens

    Weder die USA noch der Iran scheinen ein Interesse an einer Verlängerung der Absichtserklärung zu haben. Der iranische Außenminister Araghtschi erklärte vergangene Woche, die USA hätte die Vereinbarung verletzt und Angriffe wieder aufgenommen. Damit habe es gar keine Waffenruhe gegeben, die verlängert werden müsse. Trump hatte schon Anfang Juli das Abkommen als beendet bezeichnet.
    Zwar bemühen sich Vermittler wie Pakistan um weitere Verhandlungen, doch diplomatische Fortschritte werden derzeit nicht erwartet. Der Iran und die USA bekräftigen immer wieder ihre Maximalforderungen. Der Iran-Experte Fathollah-Nejad sagte im Deutschlandfunk , man werde auch in den nächsten Wochen "bewaffnete Verhandlungen" erleben. Beide Seiten versuchten, den militärischen Druck zu erhöhen, um die eigenen Ziele am Verhandlungstisch durchzusetzen.

    Weitere Informationen

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    Diese Nachricht wurde am 17.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.