Humanität
Welttag gegen die Todesstrafe: Internationale Initiative fordert mehr Humanität und Toleranz

Anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe hat ein internationales Bündnis für mehr Humanität und Toleranz gegenüber den Tätern geworben. Notwendig sei es, die strukturellen, sozialen und individuellen Umstände zu berücksichtigen, die dazu beigetragen hätten, dass Personen mit dem Gesetz in Konflikt gerieten.

    Blick auf den Todesstuhl im Exekutionsraum des Bundesgefängnisses in Terre Haute, US-Bundesstaat Indiana.
    Blick in den Exekutionsraum eines Gefängnisses im US-Bundesstaat Indiana (picture-alliance / dpa / Federal Bureau Of Prisons)
    Das teilte die Initiative der Weltkoalition gegen die Todesstrafe mit, zu deren Gründungsmitgliedern Amnesty International gehört. Die Gruppe verwies auf Faktoren wie Armut, Diskriminierung oder Erfahrungen mit Gewalt, von denen schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig stark betroffen seien. Laut Amnesty International vollstreckten China, Iran, Saudi-Arabien, Jemen und die USA 2025 die meisten Hinrichtungen. Fast die Hälfte aller weltweit dokumentierten Fälle standen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Drogenkriminalität.
    Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Castellucci, forderte die weltweite Abschaffung der Todesstrafe. Sie sei mit der Würde des Menschen unvereinbar, sagte der SPD-Politiker. Zwar wendeten immer weniger Staaten die Strafe an, die Zahl der Hinrichtungen bleibe jedoch alarmierend hoch.
    Laut dem aktuellen Amnesty-Bericht wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.707 Menschen in insgesamt 17 Ländern exekutiert. Dies stellt die höchste Zahl an Hinrichtungen seit dem Jahr 1981 dar.
    In den USA soll Anfang Dezember ein zum Tode verurteilter Attentäter auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas erschossen werden. Die Hinrichtung werde per Livestream übertragen, teilte Verteidigungsminister Hegseth mit. Es wäre laut US-Medien die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren.
    Diese Nachricht wurde am 10.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.