Streit um Wehrpflicht
Israel: 40 ultraorthodoxe Kriegsdienstverweigerer festgenommen

In Israel sind rund 40 ultraorthodoxe Juden wegen Wehrdienstverweigerung festgenommen worden.

    Israel, Tel Aviv: Ultraorthodoxe jüdische Männer am internationalen Flughafen Ben Gurion.
    Massenfestnahme ultraorthodoxer Wehrdienstverweigerer in Israel (Ohad Zwigenberg/AP/dpa)
    Die Militärpolizei ergriff sie nach ihrer Rückkehr von einer USA-Reise am Flughafen von Tel Aviv. Es handelt sich nach Angaben des Armeesenders um Mitglieder der ultraorthodoxen Chabad-Bewegung. Die Festgenommenen wurden demnach zu einem Rekrutierungszentrum gebracht und sollen sich dort zum Militärdienst melden. Wer sich weigert, soll vor Gericht gestellt und in ein Militärgefängnis gebracht werden.
    Der israelische Ministerpräsident Netanjahu kritisierte die Festnahmen als inakzeptabel. Er ist in seiner Regierung auf die Unterstützung der strengreligiösen Parteien angewiesen; demnächst finden Parlamentswahlen statt. 
    Die Wehrpflicht für streng religiöse Juden sorgt seit langem für Streit in Israel. Die Armee dringt angesichts des anhaltenden Mangels an Kampfsoldaten auf deren Einberufung, während ultraorthodoxe Parteien einen Militärdienst für ihre Glaubensgemeinschaft ablehnen.
    Diese Nachricht wurde am 20.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.