Asienspiele in Japan
17-jährige Chinesin sprintet in Rekordzeit zu Gold, Elfjähriger gewinnt E-Sport-Titel - Kritik am Veranstalter

Bei den Asienspielen im japanischen Nagoya-Aichi haben eine chinesische Sprinterin und ein elfjähriges E-Sport-Talent für Aufsehen gesorgt. Die erst 17-jährige Chen Yujie gewann Gold über 100 Meter und stellte dabei einen Rekord für die Asienspiele auf. Der Japaner Yuki Kurihara sicherte sich den Titel im E-Sport-Wettbewerb "Puyo Puyo Champions".

    Zu sehen ist die Sprinterin Chen Yujie. Sie trägt die chinesische Nationalflagge über den Schultern und hält sie mit beiden Händen fest.
    Die Chinesin Chen Yujie nach ihrem Sieg im 100-Meter-Finale der Asienspiele in Nagoya-Aichi. (picture alliance / Anadolu / Stringer)
    Chen setzte sich in gut 11 Sekunden vor Shanti Pereira aus Singapur und der Bahrainerin Edidiong Odiong durch. Kurihara gewann das Finale mit 10:2 gegen den Südkoreaner Kang Dong Shin. Der Schüler hatte auf dem Weg ins Endspiel Konkurrenten aus Singapur und Thailand besiegt.
    E-Sport gehört bei den Asienspielen inzwischen zum offiziellen Wettkampfprogramm. Dabei treten Spielerinnen und Spieler in Videospielen gegeneinander an und kämpfen ähnlich wie in klassischen Sportarten um Medaillen. "Puyo Puyo Champions" ist ein schnelles Puzzlespiel, bei dem die Teilnehmer gleichfarbige Spielsteine so anordnen müssen, dass möglichst lange Kettenreaktionen entstehen.

    Leere Ränge sorgen für Kritik

    Abseits der sportlichen Erfolge stehen die Organisatoren der Spiele in Nagoya weiter in der Kritik. Das Organisationskomitee räumte ein, mit den bisherigen Ticketverkäufen unzufrieden zu sein. Bei mehreren Wettbewerben, darunter den Leichtathletik-Wettkämpfen im 30.000 Zuschauer fassenden Mizuho-Park-Stadion, blieben zahlreiche Plätze leer. Nach Angaben des Komitees wurden bei acht Sportarten weniger als 60 Prozent der Eintrittskarten verkauft. Auch für die Schlussfeier seien noch zahlreiche Tickets verfügbar, heißt es.

    Probleme bei Unterbringung und Transport

    Zudem kämpfen die Veranstalter weiterhin mit organisatorischen Problemen. Mehrere Delegationen beklagten Schwierigkeiten bei Unterbringung und Transport. Wegen fehlender Kapazitäten wurde kein klassisches Athletendorf errichtet. Die rund 17.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind stattdessen auf Hotels, Container-Unterkünfte und ein als schwimmendes Hotel genutztes Kreuzfahrtschiff verteilt. Hinzu kamen Verzögerungen an Flughäfen sowie Probleme im Shuttle-Verkehr. Generalsekretär Satoshi Murate vom Organisationskomitee der Asienspiele entschuldigte sich für die Mängel und übernahm die Verantwortung im Namen der Veranstalter.
    Diese Nachricht wurde am 26.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.